ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2013Krankenhaus: Ausverkauf
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Ich gehöre als niedergelassener fachärztlicher Internist nicht zur Gruppe der Chefärzte, die der Artikel in erster Linie anspricht, trotzdem bin ich über den Artikel sehr dankbar:

Der Artikel spricht unser Selbstverständnis als Ärzte und Ärztinnen an. Unsere Berufsgruppe ist in den letzten Jahren Zielscheibe regelmäßiger Diffamierungen geworden mit der Absicht, die Glaubwürdigkeit unserer Berufsgruppe, die sich mal Berufsstand nennen konnte, anhaltend zu erschüttern. Nicht zuletzt soll offenbar das Arzt-Patienten-Verhältnis anhaltend gestört werden.

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Die Autoren der Zeitschrift „KU Gesundheitsmanagement“ haben offenbar erkannt, dass die Ansammlung einiger Fähigkeiten allein noch keinen guten Arzt und erst recht noch keinen guten Chefarzt ausmachen. Warum also nicht die zusätzlichen Faktoren wie „ärztliche Persönlichkeit“ auch verkaufen. Aus der Sichtweise einer (begrenzten) kaufmännischen Logik durchaus verständlich.

Gleichzeitig werden „Soll-Identitäten“ festgelegt. Ihre Sorge um den Nachwuchs ist berechtigt:

Der Aufruf „markenkonformes Verhalten“ einzufordern, erscheint wie der Ausverkauf des inneren Kernes eines Berufsbildes, das nicht nur zum Chefarztberuf, sondern zum Arztberuf überhaupt gehört. Die „Marke Arzt“ wird verkauft und – wir Ärzte lassen uns verkaufen!

Die derzeitige ältere Ärztegeneration verpasst es gerade, das ihr eigene ärztliche Selbstverständnis, das im internationalen Maßstab zu hoher medizinischer Versorgungsqualität geführt hat, gegenüber Dritten vehement zu vertreten.

Es war früher eben leichter, einige „AiPler“ mit Stellenzusagen gegeneinander auszuspielen, als gegenüber einem privaten Träger Standesbewusstsein aufrechtzuerhalten.

Wünschenswert wäre eine dauerhafte Diskussion über die Bedeutung unserer Rolle im Medizinbetrieb und Gesellschaft.

Dr. med. Kai Thomas, 91207 Lauf an der Pegnitz

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