ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2013Fachgesellschaften etablieren Neurovaskuläre Netzwerke

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Fachgesellschaften etablieren Neurovaskuläre Netzwerke

Dtsch Arztebl 2013; 110(44): A-2052 / B-1814 / C-1774

Richter-Kuhlmann, Eva

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Anlässlich des Weltschlaganfalltages am 29. Oktober stellten die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie, die Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie und die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie in Berlin ein neues gemeinsames Konzept vor: das Neurovaskuläre Netzwerk. Mit ihm wollen die Gesellschaften eine bessere interdisziplinäre Zusammenarbeit gewährleisten. Neurologen, Neurochirurgen, Neuroradiologen, Gefäßchirurgen und Kardiologen sollen sich innerhalb kurzer Zeit auf die optimale Therapie beim Schlaganfall verständigen und diese einleiten können.

„In Deutschland haben in den letzten Jahren viele – auch kleinere Krankenhäuser – Spezialstationen eingerichtet, um Patienten mit einem Schlaganfall schneller und effektiver behandeln zu können“, erklärte DSG-Generalsekretär und Vordenker des neuen Konzepts Otto Busse. Trotzdem könnten sich kleine Kliniken eine optimale Therapie personell und apparativ oft nicht leisten, da in den vergangenen Jahren viele neue Therapiemöglichkeiten hinzugekommen sind.

Hier sollen die Neurovaskulären Netzwerke Abhilfe schaffen: Den Mittelpunkt bildet jeweils ein Klinikum mit einer überregionalen Stroke Unit, das über weitere Spezialabteilungen wie Neurochirurgie, Neurointensivstation, Neuroradiologie mit Hirnkatheterlabor und Gefäßchirurgie verfügt. Es ist der Ansprechpartner für Ärzte in Kliniken, die auf ihren Stroke Units keine Spezialbehandlungen durchführen können.

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Mittlerweile befinden sich 16 solcher Zentren in der Pilotphase und werden kontinuierlich weiterentwickelt. Ab Mitte nächsten Jahres ist eine unabhängige Prüfung nach einem sogenannten Peer-Review-Verfahren vorgesehen. Auf der Basis dieser Ergebnisse wollen die vier Fachgesellschaften langfristig eine flächendeckende Einrichtung Neurovaskulärer Netzwerke erreichen.

Der Öffentlichkeit stellten die Fachgesellschaften zum Weltschlaganfalltag gleichzeitig das Stroke-Einsatz-Mobil vor. Es handelt sich dabei um ein Rettungsfahrzeug, das als spezialisierter Notarztwagen entwickelt worden ist und mit einem CT-Scanner, einem Minilabor und einer telemedizinischen Infrastruktur ausgestattet ist, um zügig eine Lysetherapie einzuleiten. Betreut wird es von einem Team aus einem neurologischen Notarzt, einem Rettungsassistenten und einem Röntgenassistenten. Eine Vergleichsstudie zeigt positive Ergebnisse. Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann

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