ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2013Fahrlässige Tötung: Symbolische Vergeltung?
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Nach dem medizinischen Staatsexamen (einst Prüfung in 14 klinischen Fächern innert fünfeinhalb Monaten) hatte ich als Pflichtassistent (eine Art praktisches Jahr nach umfangreicher theoretischer Ausbildung, noch ohne Approbation) 70 Patientinnen auf zwei Stationen einer Inneren Abteilung zu betreuen. Die Chefärztin schaute auch schon mal nach dem Rechten. Einen Aufgabenkatalog gab es nicht, Logbuch auch nicht. Dagegen seien heute Arbeitsbelastung und Hektik enorm, heißt es. Damals wurden zahlreich intravenöse Injektionen angewendet. Der Pflichtassistent zog die Spritzen selbst auf, die Ampulle steckte auf der Kanüle. Man kannte alle Patienten einschließlich der Verordnungen. Verwechselt wurde da nichts. Das alles ist inzwischen vermutlich „antik“, soll kein Vorbild für die heutige Zeit sein.

Jedoch: Sicheres eigenes Wissen beziehungsweise zweifelsfreie Rückversicherung schützen Patienten und Arzt vor Schaden. Ich vermute, es sollte in vielen medizinischen Bereichen über Organisation (einschließlich Ablauf einer Ausbildung) sehr gründlich nachgedacht werden.

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Am Rande bemerkt: Was mag eine Bestrafung des jungen Kollegen in Zukunft verhüten? Welchen präventiven Inhalt hat sie? Oder ist es lediglich symbolische „Vergeltung“ und Genugtuung für die Rechtsordnung?

Dr. med. Mahnolf Roßner, 59555 Lippstadt

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