ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2013Las Vegas: Die Stadt, die niemals schläft

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Las Vegas: Die Stadt, die niemals schläft

Dtsch Arztebl 2013; 110(44): A-2090

Motz, Roland

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Foto: picture alliance
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Las Vegas ist ein Gesamtkunstwerk. „Ohne das flackernde Neonlicht und den permanenten Sound der Slotmaschinen habe ich das Gefühl, nicht zu existieren“, sagt einer, der die Wüstenstadt liebt.

Las Vegas ist mit rund 550 000 Einwohnern die größte Stadt im US-Bundesstaat Nevada. Im vergangenen Jahr besuchten 39 Millionen Touristen die Wüstenstadt. Sie bescherten den Spielcasinos am Strip einen Umsatz von 6,2 Milliarden Dollar.
Las Vegas ist mit rund 550 000 Einwohnern die größte Stadt im US-Bundesstaat Nevada. Im vergang­enen Jahr besuchten 39 Millionen Touristen die Wüsten­stadt. Sie bescherten den Spiel­casinos am Strip einen Umsatz von 6,2 Milliarden Dollar.
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Der Hubschrauber kurvt spektakulär um den Stratosphere Tower, fliegt über dem Lichtermeer des Strip zurück an den hypermodernen kupferfarbenen Glaskästen Encore und Wynn vorbei, neben dem das Riviera, in dem einst von Marlene Dietrich über Louis Armstrong und Elvis Presley bis Frank Sinatra alle großen Stars tourten, fast bescheiden wirkt. Wir passieren Eiffelturm, Rialto Brücke, Freiheitsstatue und Sphinx, überfliegen die singenden Fontänen im Bellagio Hotelsee, kreisen vor dem The Mansions, dann am MGM Grand vorbei, in dessen Arena Mike Tyson seinem Gegner das Ohr abbiss und in dessen Lobby bis vor kurzem noch echte Löwen fauchten, bevor wir langsam die nächtliche Lichtorgie inmitten der Wüste von Nevada aus den Augen verlieren.

Mit dem Heli sind es keine fünfzehn Minuten den Las Vegas Boulevard hoch und runter, zu Fuß sind es Tage. Immer wieder muss man in die Glitzerwelt der Casinohotels mit ihren Irrgärten aus spektakulären Lobbys, ultraschicken Malls, gigantischen Themenparks, weitläufigen Poollandschaften, Eislaufbahnen und Haifischbecken eintauchen, bevor der Weg ins Freie führt. Dann kann man ein Stück auf dem Strip entlanglaufen, hat sogar einen Moment lang den echten Himmel im Blick, nur um gleich wieder über die nächste Fußgängerbrücke in das Paralleluniversum der Casinos zurückgeschickt zu werden.

Las Vegas ist die Stadt der Superlative, in der ein Riesenhotel auch schon mal fünf Jahre nach der Eröffnung wieder gesprengt wird, um ein noch riesigeres zu bauen. Die einzige Tradition, die Las Vegas kennt, heißt „Change“. Als ob sich die Stadt ihrer 108 Jahre kurzen, teilweise kriminellen Geschichte schämen würde, muss alles immer das Größte, Längste, Ausgefallenste, vor allem aber das Teuerste und Neueste sein. Und so schwärmt John Fox vom Venetian als größtem, vom Wynn als teuerstem und von The Mansion als exklusivstem Hotel der Welt. Der Mixologist, wie sie hier die Barkeeper nennen, kommt aus North Dakota, arbeitet seit zehn Jahren hinter dem (natürlich) längsten Tresen der Welt und hat seitdem Las Vegas nicht mehr verlassen. „Ohne das flackernde Neonlicht und den permanenten Sound der Slotmaschinen habe ich das Gefühl, nicht zu existieren“, nennt er den Grund.

Las Vegas ist nicht nur die Welthauptstadt der Casinos, der Hochzeiten und des Entertainments. „Las Vegas ist vor allem eine Illusion, aber eine, die man sich hart erarbeiten muss “, sagt Jan Rouven. Der deutsche Magier, der sich bisweilen bei den Altmeistern Siegfried und Roy Rat holt, tritt zwar auf einer kleineren Bühne auf als der große David Copperfield, aber er hat es immerhin zu einer eigenen Show auf dem Strip gebracht.

Was macht den Zauber von Las Vegas aus? Es sind nicht die verblüffenden Zaubertricks der Illusionisten, nicht die großen Shows oder die Megakonzerte und Spezialevents wie der Las Vegas Nachtmarathon oder die Bullfighter Championships, die während einer einzigen Woche auf uns einprasseln. Es sind auch nicht die Gourmettempel, die brodelnden Nachtclubs und extravaganten Geschäfte zwischen den Spielsaloons, sondern es ist die flirrende, lärmende und grelle Hotelstadt selbst. Las Vegas ist ein Gesamtkunstwerk, das uns gerade nachts immer wieder staunend fragen lässt: „Ist dieses elektronische Fantasiereich tatsächlich von Menschenhand geschaffen oder doch eine aus dem All in die Wüste von Nevada gefallene Supernova?“

Roland Motz

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Informationen: www.visitlasvegas.de

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