ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2013Kulturkalender: Hoch sensibel und emphatisch

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Kulturkalender: Hoch sensibel und emphatisch

Dtsch Arztebl 2013; 110(44): A-2091 / B-1848 / C-1804

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Aachen

Bis 16. Februar 2014:

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Nancy Graves Projekt

Das Whitney Museum of American Art in New York stellte 1969 die heute legendären „Kamele“ von Nancy Graves (1939–1995) aus und widmete ihr damit als erster Frau eine Soloschau. Zwei Versionen der Tierplastiken befinden sich im Ludwig Forum Aachen, das jetzt das vielschichtige, um Naturphänomene kreisende Œuvre der US-Künstlerin – Documenta-Teilnehmerin von 1972 und 1977 – anhand von 70 Skulpturen, Zeichnungen, Gemälden und Filmen einer breiteren Öffentlichkeit in Deutschland vorstellt. Arbeiten von Künstlerkollegen wie Joseph Beuys, Eva Hesse und Robert Rauschenberg bilden den Kontext der Schau.

Ludwig Forum für Int. Kunst, Jülicher Straße 97–109, Di.–Fr. 12–18, Do. 12–20, Sa./So. 11–18 Uhr

BERLIN

© Museum der bildenden Künste Leipzig/Foto: PUNCTUM
© Museum der bildenden Künste Leipzig/Foto: PUNCTUM

Bis 23. Februar 2014:

Anton Graff. Gesichter einer Epoche

Der schweizerische Maler Anton Graff (1736–1813), der als Hofmaler und Lehrer in Dresden sowie in Berlin und Leipzig arbeitete, war der bedeutendste Porträtist seiner Epoche zwischen Aufklärung, Klassik und Frühromantik. Hochsensibel für die Individualität seines Gegenübers stellte er neben Aristokratie und Bürgertum (Bild: „Sophie Gabain“, um 1795/96) auch viele Vertreter des deutschen Geisteslebens wie Herder, Lessing und Schiller dar. Die umfassende Retrospektive würdigt seine herausragenden Fähigkeiten.

Alte Nationalgalerie, Bodestraße 1–3, Di.–So. 10–18, Do. 10–20 Uhr

Bonn

8. November 2013 bis 23. Februar 2014:

Die Avantgarden im Kampf

Die Kunst vor 1914 war durch eine große Dynamik und einen regen internationalen Austausch der Avantgarden geprägt, der durch den Krieg ein abruptes Ende fand. Wie kein anderer Konflikt beeinflusste der Erste Weltkrieg die Werke zeitgenössischer Künstler, die dazu unter verschiedensten Blickwinkeln Stellung nahmen. Die Ausstellung analysiert die dramatische Periode am Beispiel von Beckmann, Dix, Kandinsky, Kirchner, Klee, Macke, Malewitsch, Marc, Picasso und Schiele.

Bundeskunsthalle, Friedrich-Ebert-Allee 4, Di./Mi. 10–21, Do.–So. 10–19 Uhr

Frankfurt/M.

6. November 2013 bis 2. Februar 2014:

Philip Guston. Das große Spätwerk

Den „Verrat an der Abstraktion“ nahmen ihm um 1970 viele Kritiker übel, heute gilt er als Vorreiter der postmodernen Figuration in der US-Nachkriegsmalerei. Philip Guston (1913–1980) hatte nach 1950 als Autodidakt in der New Yorker Kunstszene um Jackson Pollock, Willem de Kooning und Mark Rothko Fuß gefasst und rund 20 Jahre später mit seinen derben, rauchenden, trinkenden Figuren für einen Skandal gesorgt. Zu seinem 100. Geburtstag zeigt die Schirn sein außergewöhnliches Werk.

Schirn Kunsthalle, Römerberg, Di. + Fr.–So. 10–19, Mi./Do. 10–22 Uhr

Mannheim

Bis 2. März 2014:

Die Wittelsbacher am Rhein

Von 1214 an regierten die Wittelsbacher für 600 Jahre die Pfalz und hinterließen beeindruckende Zeugnisse der Kulturgeschichte. Diese sind aus Anlass des Jubiläums an zwei Orten der kurfürstlichen Residenzstadt Mannheim ausgestellt: der mittelalterliche Zeitabschnitt von 1214 bis 1504 im Museum Zeughaus der Reiss-Engelhorn-Museen, die neuzeitliche Epoche bis 1803 im nahen Barockschloss.

Museum Zeughaus, Quadrat C5; Barockschloss, Bismarckstraße 1; jeweils tgl. 11–18 Uhr

München

7. November 2013 bis 9. März 2014:

Jeff Wall in München

Der 1946 in Vancouver geborene Kanadier Jeff Wall hat sich unter anderem auf Inszenierungen des Alltagslebens spezialisiert, von denen einige zu Ikonen der zeitgenössischen Fotokunst avancierten. Berühmt ist auch seine fotografische Nachbildung der Skulptur „Der Denker“ von Rodin: Die Aufnahme ist zusammen mit allen weiteren Fotoarbeiten Walls aus dem Besitz von Münchener Sammlungen bis März in der Pinakothek zu sehen.

Pinakothek der Moderne, Barer Straße 40, Di.–So. 10–18, Do. 10–20 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

©The Estate of Florin Mitroi/Foto: Viorel Grigorf
©The Estate of Florin Mitroi/Foto: Viorel Grigorf

Angstszenarien in der Gegenwartskunst

Psychische Störungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen unserer Zeit. Vielfach sind es Angstzustände, die Menschen aus der Bahn werfen. Mit diesem Phänomen und seiner Darstellung hat sich auch die Kunst immer wieder beschäftigt. Dabei scheint gerade eine jüngere zeitgenössische Generation sehr sensibel auf die neuen Bedrohungen und individuellen oder kollektiven Angstszenarien unserer Gesellschaft zu reagieren. Rund 50 Künstlerinnen und Künstler – von Kader Attia, James Ensor und Marina Faust über Harun Farocki und Thomas Hirschhorn bis hin zu Florin Mitroi (Bild: „28.IV.1975 – The Raised Hand“), Marcel Odenbach, Francis Picabia und Gillian Wearing spüren in der Ausstellung der inneren Befindlichkeit des modernen Menschen nach. Begleitend gibt es ein umfangreiches geistes- und sozialwissenschaftliches Veranstaltungsprogramm und ein Abschluss-Symposium unter anderem mit der renommierten Psychoanalytikerin und Philosophin Julia Kristeva.

„Salon der Angst“: Kunsthalle Wien, Museumsplatz 1, Wien, tgl. 10–19, Do. 10–21 Uhr (bis 12. Januar 2014).

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