ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2013Kunstpädagogik: Kreative Kräfte gemeinsam entdecken

KULTURTIPPS

Kunstpädagogik: Kreative Kräfte gemeinsam entdecken

Dtsch Arztebl 2013; 110(45): [54]

Remschmidt, Helmut

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Ursula Müller-Rösler, Gerd Lehmkuhl, Wolfgang Oelsner: Entwicklung neu denken. Mit Kunst lernen und lehren. DuMont, Köln 2012, 182 Seiten, gebunden, 24,95 Euro
Ursula Müller-Rösler, Gerd Lehmkuhl, Wolfgang Oelsner: Entwicklung neu denken. Mit Kunst lernen und lehren. DuMont, Köln 2012, 182 Seiten, gebunden, 24,95 Euro

Das ansprechend gestaltete und sehr schön illustrierte Buch verfolgt die Zielvorstellung, kreative Fähigkeiten kinder- und jugendpsychiatrischer Patienten mit ihnen gemeinsam zu entdecken, zu aktivieren und in einen fördernden Entwicklungskontext zu bringen. Das spiegelt sich auch sehr gut in dem Titel des Buches wider. Im Einzelnen geht es um mehrere Projekte in Kölner Museen, von denen eins pars pro toto in aller Kürze hervorgehoben werden soll: Von Januar bis Juli 2011 besuchte eine Gruppe 14- bis 18-jähriger Patientinnen das Kolumba-Museum in Köln und betrachtete die dort ausgestellten Fotografien und Gemälde. Es wurden dabei digitale Fotografien, Videos und Texte angefertigt, die in wöchentlich stattfindenden Projektgruppen im Kunstraum der Klinik die Grundlage für weitergehende Bildbetrachtungen und Gespräche bildeten, welche auch in szenische Darstellungen Eingang fanden. Dabei ging es um die Förderung von Selbstwahrnehmung und Körperbewusstsein, die bei den jugendlichen Patientinnen mit Anorexia nervosa neue Zugangswege zu ihrer Körperlichkeit und den damit verbundenen Gefühlen eröffnen konnte.

In einem abschließenden Plädoyer erläutern die Verfasser den Stellenwert derartiger Museumsprojekte für psychisch kranke Kinder und Jugendliche: „Im Museum und in dem sich daran anschließenden gestaltenden Vertiefen anhand der dort entdeckten Themen kann eine Brücke zur eigenen Identitätsfindung gebaut werden.“ Dies haben die Verfasser überzeugend dargelegt. Mögen ihnen möglichst viele auf diesem Weg folgen.

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Helmut Remschmidt

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