ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2013Venenchirurgie: Überzeugendes Nachschlagewerk

MEDIEN

Venenchirurgie: Überzeugendes Nachschlagewerk

Dtsch Arztebl 2013; 110(45): A-2144 / B-1892 / C-1842

Dohmen, Arndt

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Mit der ersten Auflage ihres Buches hat Erika Mendoza schon überzeugend die zentrale Bedeutung der Duplexsonographie für das Verständnis der Erkrankungen der oberflächlichen Beinvenen und für die Planung zu deren Therapie herausgearbeitet. Da sich die Verfahren insbesondere zur minimal-invasiven Therapie in den letzten Jahren weiterentwickelt haben und auch neue Techniken hinzugekommen sind, war es sinnvoll, mit einer zweiten Auflage die Aktualität zu gewährleisten.

Schon das Inhaltsverzeichnis macht deutlich, dass wirklich alle wesentlichen Aspekte thematisch behandelt werden, die einen Bezug zu Erkrankungen und Funktionsstörungen des oberflächlichen Venensystems haben. Damit geht die Darstellung über die im Titel eigentlich formulierte Begrenzung hinaus, und das ist gut so. Denn auch das epifasziale Venensystem kann nicht isoliert betrachtet werden, nur in Kenntnis seiner funktionellen Zusammenhänge mit den tiefen Venen und den ebenfalls duplexsonographisch erkennbaren Nachbarstrukturen können die Beschwerden der Patienten richtig eingeordnet und die therapeutischen Entscheidungen korrekt gefällt werden.

Anzeige

Alle Kapitel zeichnen sich durch eine ausgewogene Berücksichtigung einer systematischen und gleichzeitig praxisorientierten Darstellung aus. Die Anatomie der oberflächlichen Venen wird sehr genau beschrieben, immer wieder wird aber die Bedeutung der verschiedenen anatomischen Variationen unter Berücksichtigung der damit verbundenen komplexen Hämodynamik für die Therapieplanung und auch für die Vermeidung von Rezidiven nach der Behandlung hervorgehoben.

Der klinische Praxisbezug wird unter anderem dadurch unterstrichen, dass ein eigenes Kapitel den postoperativen Befunden gewidmet ist, in dem Ursachen für Rezidive analysiert und der Beitrag des Ultraschalls zur Vermeidung solcher Rezidive herausgestellt wird. Auch eine kurze und dennoch übersichtliche Darstellung der Differenzialdiagnose von Ödemen fehlt nicht, und trotz Fokussierung des Buches auf sonographische Befunde finden die klinischen Aspekte hier angemessen Erwähnung.

Die Aussagekraft sonographischer Untersuchungen kann erheblich leiden, wenn nicht bestimmte bewährte Standards des Untersuchungsablaufs konsequent berücksichtigt werden. Daher ist es verdienstvoll, dass in diesem Buch immer wieder die Systematik des Untersuchungsablaufs einschließlich der Befunddokumentation dargestellt und begründet wird. An wenigen Stellen wären noch weitere Tipps hilfreich gewesen – zum Beispiel, wann und wie man venöse Preset-Einstellungen bewusst verändern muss, um besondere Fragestellungen beantworten zu können.

Das Verständnis sonographischer Befunde vor allem zur Hämodynamik lebt eigentlich vom bewegten Bild. Daher ist es besonders zu begrüßen, dass das Buch durch eine CD ergänzt wird, in der manche Aussagen verschiedener Kapitel noch anschaulicher und damit verständlicher werden.

Insgesamt ist Mendoza und ihren Koautoren ein überzeugendes Nachschlagewerk über ein sehr spezielles Thema gelungen. Es ist gleichsam informativ für den Venenchirurgen, den Diagnostiker, aber auch für jeden Mediziner, der ein tieferes Verständnis von Erkrankungen der oberflächlichen Beinvenen bekommen möchte. Arndt Dohmen

Erika Mendoza: Duplexsonographie der oberflächlichen Beinvenen. 2. Auflage, Springer, Berlin 2013, 293 Seiten, gebunden, 159,99 Euro

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema