ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2013Versorgung Krebskranker Patienten: Dramatischer Mangel an Onkologen befürchtet

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Versorgung Krebskranker Patienten: Dramatischer Mangel an Onkologen befürchtet

Dtsch Arztebl 2013; 110(45): A-2102 / B-1858 / C-1814

Siegmund-Schultze, Nicola

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In wenigen Jahren könnte die Unterversorgung mit Onkologen dramatisch sein, wenn es nicht gelingt, mehr Anreize zur Qualifizierung von Ärzten in diesem Fachgebiet zu schaffen. Das hat Prof. Dr. med. Mathias Freund, Geschäftsführender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO), bei der Jahrestagung der deutschsprachigen Fachgesellschaften in Wien gesagt. Es müssten bis 2020 circa 50 Prozent mehr Onkologen und onkologisch tätige Hämatologen als bislang zur Verfügung stehen, um den Versorgungsbedarf zu decken.

Versorgung bedroht? Bis 2020 geht jeder vierte Onkologe in den Ruhestand. Foto: Fotolia/Alex Tihonov
Versorgung bedroht? Bis 2020 geht jeder vierte Onkologe in den Ruhestand. Foto: Fotolia/Alex Tihonov

Basis für die Abschätzung des Facharztmangels ist eine Studie im Auftrag der DGHO. Danach wird die Prävalenz der Malignome bei Frauen bis 2020 bundesweit um neun und bei Männern um 17 Prozent zunehmen. Grund ist die demografische Entwicklung in Kombination mit der Geschlechter- und Altersverteilung von Krebserkrankungen. Außerdem wird bis 2020 etwa jeder vierte der heute praktizierenden Onkologen in den Ruhestand gehen.

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Vor allem in den ländlichen Regionen werde die Prävalenz der Malignome zunehmen, weil hier der Anteil der Älteren am stärksten wachse, erläuterte Freund. „Wir sind erstaunt, dass in der Politik dieses Problem kaum bekannt ist und immer wieder die Schließung von onkologischen Instituten erwogen wurde.“ Die DGHO hat ein Fördernetzwerk für junge Mediziner gegründet (E-Mail: junge-mediziner@dgho.de). nsi

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