ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2013Versicherung: Was an der PKV zu reformieren ist
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Alles richtig, was dort geschrieben steht, die Argumentation für den Erhalt der PKV ist durchaus schlüssig. Eine Frage allerdings wird nicht beantwortet und muss daher erlaubt sein, hier nicht aus der Sicht des Arztes als vielmehr aus der Sicht eines Beitragszahlers in der PKV: Wie soll ich bei dem derzeitigen Tempo der Beitragsanpassungen nach oben, bei gleichbleibendem Arbeitgeberanteil, in 20 Jahren, spätestens aber bei Erreichen des Renteneintrittsalters, diese Prämien noch bezahlen? Zumal die PKV heutzutage in der Regel Bestandteil großer Versicherungskonzerne ist, welche nicht nur das Wohl der Versicherten, sondern vor allem die Rendite des Aktionärs im Blickfeld haben. Für den Alleinstehenden wohl noch machbar, wer aber so dumm war, als PKV-Versicherter eine Familie zu gründen, wird seine private Altersvorsorge unbedingt dahingehend anpassen müssen, nicht nur die Lücke, welche sich aus der Besteuerung der Versorgungsbezüge ergibt, zu stopfen. Die vermeintlichen Vorteile als PKV-Versicherter sind mir persönlich lediglich in Form von üppigen Rechnungen begegnet, bei meinem Hausarzt sitze ich auch drei Stunden im Wartezimmer, Termine bekomme ich ebenfalls nicht schneller, kurzfristig schon gar nicht. Letzteres sehe ich durchaus als gerecht an, warum ich allerdings mehr dafür bezahlen soll, ist für mich dabei zweifelhaft.

Richtig und unbedingt einzufordern ist es im Rahmen der Diskussion um die Altersrückstellungen, inwieweit eine Portierung dieser Rückstellungen vom Gesetzgeber vereinfacht werden könnte, respektive es ermöglicht würde, bei einem Anbieterwechsel nicht nur das Äquivalent der als Alleinstehender fiktiv in die GKV eingezahlten Beiträge mitzunehmen. Anders gibt es in meinem Alter keinen Wettbewerb mehr, sondern man ist der Willkür des aktuellen Anbieters ausgeliefert.

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Man beachte an dieser Stelle auch die zunehmenden Berichte über ehemals PKV-Versicherte, die ohne Versicherungsschutz leben, da sie die Prämien nicht mehr bezahlen konnten.

Dr. med. Andreas Greis, 24360 Barkelsby

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