ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2013Mammakarzinom: Radiatio der Lypmphknoten

MEDIZINREPORT

Mammakarzinom: Radiatio der Lypmphknoten

Dtsch Arztebl 2013; 110(45): A-2134 / B-1883 / C-1835

Zylka-Menhorn, Vera

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

EORTC-Studie belegt geringen Überlebensvorteil

Die operative Entfernung der Lymphknoten bei Brustkrebs wird immer weiter eingeschränkt, da sie das Leben der Patientinnen nicht verlängert. Eine Studie der European Organisation for Research and Treatment of Cancer (EORTC-22922–10925) mit mehr als 4 000 Frauen belegt nun, dass eine Bestrahlung der Lymphknotenstationen für bestimmte Gruppen Überlebensvorteile bringt. Philip Poortmans stellte die Ergebnisse auf dem European Cancer Congress (ECCO) in Amsterdam vor.

Bei Frauen, denen die Brust komplett entfernt wurde, bestrahlten die Ärzte in 73 Prozent der Fälle die Brustwand. 99 Prozent der nodal-positiven Patientinnen und 66 Prozent der nodal-negativen Patientinnen erhielten zusätzlich eine Chemo- oder Hormontherapie. Bei der Hälfte der Frauen wurde zusätzlich die Lymphabflussregion oberhalb des Schlüsselbeins und neben dem Brustbein bestrahlt.

Nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 10,9 Jahren erhöhte sich durch die zusätzliche Bestrahlung der Lymphknoten das krankheitsfreie Überleben von 69,1 auf 72,1 Prozent (p = 0,04), das metastasenfreie Überleben von 75 auf 78 Prozent (p = 0,02) und das Gesamtüberleben von 80,7 auf 82,3 Prozent (p = 0,056). Der Effekt der Lymphabflussbestrahlung auf das Gesamtüberleben war statistisch signifikant (p = 0,03). Patientinnen, die eine Chemotherapie benötigten und zusätzlich eine Hormontherapie erhalten haben, profitieren am stärksten von der Lymphabflussbestrahlung.

Die Erkenntnisse, so das Resümee, werden in die Leitlinien einfließen müssen und für einige Patientinnen Änderungen in der Behandlungspraxis nach sich ziehen. zyl

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema