ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2013Psychotherapeutenumfrage: Mit dem Beruf zufrieden, mit dem Einkommen nicht

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Psychotherapeutenumfrage: Mit dem Beruf zufrieden, mit dem Einkommen nicht

PP 12, Ausgabe November 2013, Seite 484

EB

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Die meisten Psychotherapeuten sind sehr zufrieden mit ihrem Beruf, aber unzufrieden mit ihrem Einkommen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Psychotherapeuten-Vereinigung (DPtV) unter 2 972 niedergelassenen und angestellten Psychotherapeuten, die von Februar bis April 2013 bundesweit durchgeführt wurde.

Mehr als 90 Prozent der niedergelassenen Psychotherapeuten würden den Beruf wieder wählen. Foto: iStockphoto
Mehr als 90 Prozent der niedergelassenen Psychotherapeuten würden den Beruf wieder wählen. Foto: iStockphoto

Mehr als 80 Prozent der Niedergelassenen gehen davon aus, dass sie länger als bis zum 66. Lebensjahr arbeiten müssen, um ihre Altersvorsorge zu sichern, 30 Prozent sogar über 70 Jahre hinaus. „Dies ist ein Armutszeugnis für die ärztliche Selbstverwaltung, die für eine gerechte Honorarverteilung zuständig ist“, sagte Dipl.-Psych. Dieter Best, Bundesvorsitzender der DPtV, zu den Ergebnissen der Studie.

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Die Studie, die online durchgeführt wurde, hatte eine Rücklaufquote von 41 Prozent. Mehr als 90 Prozent der niedergelassenen und 86 Prozent der angestellten Psychotherapeuten würden ihren Beruf wieder ergreifen. Zum Erhalt der beruflichen Zufriedenheit trägt ein fachlicher Austausch in Supervisions- oder Intervisionsgruppen und Teamsitzungen bei. Ebenfalls eine Rolle spielt, dass drei Viertel der Psychotherapeuten in einer festen Partnerschaft leben.

Dem steht sowohl bei den Niedergelassenen als auch bei den Angestellten eine große Unzufriedenheit mit dem geringen Einkommen und der überbordenden Bürokratie gegenüber. 86 Prozent der Niedergelassenen fühlen sich mit ihren Praxiseinkommen gegenüber den niedergelassenen Ärzten benachteiligt. Als belastend empfinden 80 Prozent der Niedergelassenen den bürokratischen Aufwand beim Antrags- und Genehmigungsverfahren. Fast 60 Prozent empfinden die vielen Anfragen nach einem Therapieplatz, die nicht befriedigt werden können, als belastend. In der Regel beantworten Psychotherapeuten mangels Personal solche Anfragen selbst. EB

@Die Online-Studie:
www.aerzteblatt.de/pp13484a

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