ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2013Störungen im Kindes- und Jugendalter: Angst und Depression halten sich hartnäckig

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Störungen im Kindes- und Jugendalter: Angst und Depression halten sich hartnäckig

PP 12, Ausgabe November 2013, Seite 515

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Internalisierende Störungen (Ängste und Depressionen) zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter, wurden aber von der Psychotherapieforschung längere Zeit vernachlässigt. Ein Grund dafür war die vorherrschende Meinung, dass sich solche Verhaltensprobleme von alleine wieder auswachsen. Mittlerweile weiß man, dass dies nur teilweise zutrifft. Internalisierende Störungen im Kindes- und Jugendalter sind oft stabil und stellen einen beträchtlichen Risikofaktor für die Entwicklung und Verstärkung psychischer Störungen im Erwachsenenalter dar. Die Schweizer Psychologin Tina In-Albon, Universität Basel, hat den Erkenntnisstand zu internalisierenden Störungen im Kindes- und Jugendalter aus dem Jahr 2000 mit demjenigen aus dem Jahr 2012 verglichen und kommt zu dem Ergebnis, dass sich hinsichtlich der Forschung seither einiges getan hat. Beispielsweise gilt es als gesichert, dass insbesondere die Verhaltenstherapie bei Angststörungen im Kindes- und Jugendalter und bei depressiven Störungen im Jugendalter nachhaltig wirksam ist. Sie kann ergänzt werden durch eine pharmakologische Behandlung mit SSRIs. Ob die Verhaltenstherapie individuell oder in der Gruppe, kindfokussiert oder mit Einbezug der Eltern durchgeführt wird, hat keinen Einfluss auf die Wirksamkeit. „Es bleibt zu klären, wie internalisierenden Störungen präventiv vorgebeugt werden kann“, meint In-Albon. Eine Möglichkeit besteht in der Wissensverbreitung. Darüber hinaus sollten das Selbstwertgefühl und die Selbstwirksamkeit der Kinder und Jugendlichen gestärkt werden. ms

In-Albon T: Aktueller Stand internalisierender Störungen im Kindes- und Jugendalter. Verhaltenstherapie 2012; 22(4): 246–57.

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