ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2013Therapieerfolge: Patientenwünsche berücksichtigen

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Therapieerfolge: Patientenwünsche berücksichtigen

PP 12, Ausgabe November 2013, Seite 515

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Patienten, deren Wünsche in einer Psychotherapie berücksichtigt werden, sind motivierter und erzielen bessere Therapieerfolge. Zu diesem Ergebnis kommen Psychologen um Kelley Tompkins von der University of Alaska, die sich mit Patientenwünschen befasst haben. Ihrer Meinung nach sollten Therapeuten Patientenwünsche in jedem Fall aufnehmen und dann überlegen, ob und wie sie umsetzbar sind. Manche Wünsche sind relativ einfach zu erfüllen, zum Beispiel die Änderung der Sitzungszeiten. Andere Wünsche sind wiederum schwer oder nicht erfüllbar. Statt den Patienten jedoch an einen Kollegen zu verweisen, sollten Therapeuten erst einmal ergründen, was hinter bestimmten Wünschen steckt.

Ein Beispiel: Ein Patient mit Migrationshintergrund verlangt einen Landsmann als Therapeuten, es steht jedoch keiner zur Verfügung. Hinter diesem Wunsch könnte die Angst stehen, von einem Therapeuten mit anderem kulturellen Hintergrund nicht verstanden oder abwertend behandelt zu werden. Wird diese Angst angesprochen und dem Patienten versichert, dass der verfügbare Therapeut sich des Problems bewusst sei und daher besonders auf eine gute interkulturelle Verständigung achten werde, wird sich der Patient möglicherweise auf den Therapeuten einlassen.

Ein zweites Beispiel: Ein Patient hat im Internet von einer Therapiemethode gelesen, die er ausprobieren möchte. Der Therapeut ist darin jedoch nicht geschult und bezweifelt zudem deren Wirksamkeit. Er kann nun den Patienten davon überzeugen, dass die Methoden, in denen er geschult ist und die sich bei einer bestimmten Erkrankung bewährt haben, eher zum Ziel führen. ms

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Tompkins K, Swift J, Callahan J: Working with clients by incorporating their preferences. Psychotherapy 2013; 50(3): 279–83.

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