ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2013Neuropsychologie: Kompakt, anschaulich und gut verständlich

BÜCHER

Neuropsychologie: Kompakt, anschaulich und gut verständlich

PP 12, Ausgabe November 2013, Seite 518

Koch, Joachim

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Ziel des Bandes ist es, neuropsychologischen Therapeuten umfassendes Wissen zur Verfügung zu stellen, um Personen mit exekutiven Dysfunktionen und kognitiven Defiziten sowie Verhaltensauffälligkeiten gut behandeln zu können. Diese Störungen haben im klinischen Alltag eine bedeutende Rolle für den Rehabilitationserfolg. Exekutive Funktionen sind verschiedene Prozesse, die Kognitionen, Emotionen und das Verhalten einer Person organisieren und leiten, was besonders für neues, aktives Verhalten erfordernde Problemlösesituationen zutrifft.

In fünf Kapiteln werden die wichtigsten Inhalte dargelegt. Nach einer grundlegenden Einführung in das Konzept der Exekutivfunktionen wird im zweiten Kapitel kurz die Ätiologie behandelt. Dann werden wichtige neuropsychologische und neurobiologische Störungstheorien und -modelle dargestellt. Im Hauptteil geht es in den nächsten beiden Kapiteln um die Diagnostik und die Behandlung. Weil exekutive Störungen vielschichtig sind, sollen Informationen aus möglichst vielen Quellen in die Diagnostik einfließen. Die Autorin hat testpsychologische Verfahren, die verfügbar sind oder in experimenteller Form vorliegen, tabellarisch aufgelistet und durch ausgewählte Kennwerte beschrieben. Weil häufig eine mangelnde Krankheitseinsicht besteht, werden Fragebögen vorgestellt, durch die sich Unterschiede zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung erfassen lassen.

Anzeige

Auf 40 Seiten wird die Behandlung exekutiver Defizite erörtert. Eine wichtige Therapiemethode sind kognitiv übende Therapieansätze. Hier stehen die Verbesserung der Problemlösefähigkeit, der kognitiven Flüssigkeit und Flexibilität sowie der Leistung des Arbeitsgedächtnisses im Mittelpunkt. Therapieansätze des Verhaltensmanagements umfassen den Einsatz von Selbstbeobachtungstechniken, Selbstinstruktionstechniken sowie Zielmanagementverfahren. Als kompensatorischer Therapieansatz wird der Einsatz externer Reize oder Hilfsmittel dargestellt, bei dem die Umwelt durch externe Reize ergänzt oder so verändert wird, dass sie Teile der Funktion des Frontalhirns übernimmt. Die Skizzierung der Behandlungsverläufe von zwei Personen mit exekutiven Defiziten rundet das Buch ab. Joachim Koch

Sandra Verena Müller: Störungen der Exekutivfunktionen. Hogrefe, Göttingen 2013, 120 Seiten, kartoniert, 22,95 Euro

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema