ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2013Kunstausstellung: Auf den Spuren der alten Meister

KULTUR

Kunstausstellung: Auf den Spuren der alten Meister

PP 12, Ausgabe November 2013, Seite 520

Ollenschläger, Philipp

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Eine Ausstellung im Kölner Wallraf-Richartz-Museum beleuchtet die mittelalterliche Malerszene in der Rheinmetropole.

Die Kölner Künstler des Mittelalters sind weitestgehend unbekannt, die Ausstellung „Geheimnisse der Maler – Köln im Mittelalter“ bringt etwas Licht ins Dunkel der Künstlerszene. Foto: dpa
Die Kölner Künstler des Mittelalters sind weitestgehend unbekannt, die Ausstellung „Geheimnisse der Maler – Köln im Mittelalter“ bringt etwas Licht ins Dunkel der Künstlerszene. Foto: dpa

Die Schildergasse in Köln: eine der größten Einkaufsmeilen Europas. Ihren Namen hat sie den Schilderern zu verdanken – so nannte man Maler in der Domstadt während des Mittelalters. Die lebten damals an dem Ort, wo heute große Unternehmen wie Kaufhof, H&M und C&A ihre Filialen haben.

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Die Gemälde der Altkölner Malerei gehören zu den wichtigsten Werken des deutschen Mittelalters. Trotzdem weiß man nur wenig über die Maler, die sie vor rund 600 Jahren schufen. Bis auf den Maler Stefan Lochner können die Bilder keinem Künstler zugeordnet werden – wobei sich die Maler selber nicht als Künstler, sondern als Handwerker verstanden. Deshalb signierten sie ihre Bilder auch nicht.

Unweit der Schildergasse befindet sich das Wallraf-Richartz-Museum. Dort soll eine Ausstellung etwas Licht ins Dunkel der mittelalterlichen Malerszene in der Rheinmetropole bringen: Mit der Ausstellung „Geheimnisse der Maler – Köln im Mittelalter“ präsentiert das Museum die Ergebnisse, die ein Team von Kunsttechnologen, Naturwissenschaftlern und Kunsthistorikern zutage gebracht hat. Mit modernem Equipment analysierten die Wissenschaftler mehr als 30 mittelalterliche Gemälde. Neben den Originalen können die Besucher Infrarotaufnahmen und Detailvergrößerungen der Gemälde begutachten und in einer rekonstruierten Werkstatt die Tricks und Methoden der Maler kennenlernen.

Die Ausstellung ist in vier Kapitel aufgeteilt. Im ersten Kapitel erfahren die Besucher einiges über den Ort des Geschehens, die Lebensumstände der Maler und deren Arbeitsbedingungen. Mühsam mussten sie die Farben für die Gemälde aus teils giftigen Zutaten herstellen. Schildläuse waren zum Beispiel der Lieferant für ein kostbares Rot.

Im zweiten Teil der Ausstellung wird die lange und komplexe Geschichte der Gemälde veranschaulicht. Ursprünglich wurden sie für Kirchen, Kapellen und fromme Stifter gemalt, doch im Laufe der Jahre haben sie an Unversehrtheit verloren. Nach der Säkularisation wurden viele der Bilder zersägt und gespalten, um die Einzelteile zu Geld zu machen. Den Wissenschaftlern ist es nun gelungen, zerstückelte Gemälde wieder zu vereinen.

Der dritte Ausstellungsabschnitt steht unter dem Motto „Wer war am Werk?“ – er geht also der Frage nach, wer die Maler eigentlich waren. Da sie ihre Bilder nicht signierten, ist es kompliziert, die Gemälde einzelnen Malern zuzuordnen. Deshalb benutzt die Forschung sogenannte Notnamen. Der „Meister der heiligen Veronika“ erhielt seinen Namen zum Beispiel aufgrund des wichtigsten Werkes, das er schuf.

Das letzte Kapitel widmet sich dem Schaffen Stefan Lochners – der Koryphäe der Altkölner Malerei. Infrarotaufnahmen, Röntgenbilder und der Blick durch das Mikroskop bringen den Besucher ganz nah heran an Lochners Kunstwerke. In seinem Gemälde „Weltgericht“ hat er sämtliche Formen bis ins kleinste Detail vorgezeichnet und mit feinsten Schraffuren versehen; sein Umgang mit Farben und Blattgold ist beeindruckend: Einen Vergleich mit ebenfalls ausgestellten Goldschmiedearbeiten aus dem Mittelalter braucht er nicht zu scheuen.

Philipp Ollenschläger

Zeitraum: 20. September 2013 bis 9. Februar 2014, Ort: Wallraf-Richartz-Museum, Obenmarspforten, (Am Kölner Rathaus), 50667 Köln, Telefon: 0221 22121119, www.wallraf.museum

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