ArchivDÄ-TitelSupplement: PerspektivenSUPPLEMENT: Diabetologie 1/2013Ernährung von Diabetikern: Gesund, aber nicht speziell

SUPPLEMENT: Perspektiven der Diabetologie

Ernährung von Diabetikern: Gesund, aber nicht speziell

Dtsch Arztebl 2013; 110(46): [10]

Zylka-Menhorn, Vera

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Ergebnisse einer großen Langzeit-Beobachtungsstudie weisen darauf hin, dass Diabetiker keine anderen Ernährungs- und Lebensstilempfehlungen benötigen als die breite Öffentlichkeit. Nach den neuen Daten profitieren sie sogar mehr von den üblichen Empfehlungen als nicht an Diabetes erkrankte Menschen (Diabetologia 2013; doi 10.1007/s00125–013–3074-y).

Basis für die Analyse, die Dr. Diewertje Sluik vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam durchführte, bildeten die Daten der EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition), die seit 1992 Zusammenhänge zwischen Lebensstil und dem Entstehen chronischer Krankheiten untersucht.* Die Wissenschaftler werteten die Daten von 6 384 Diabetikern und 258 911 Personen ohne Diabetes aus. Dabei berechneten die Epidemiologen, welche Zusammenhänge zwischen Sterblichkeitsrisiko und Body-Mass-Index, Taillen-Körperlängen-Quotienten, 26 Lebensmittelgruppen, Alkoholkonsum, körperlicher Aktivität und Raucherstatus bestehen.

Danach haben Diabetiker im Vergleich zur Kontrollgruppe generell ein um 62 Prozent höheres Sterblichkeitsrisiko. Es zeigte sich auch, dass nahezu die gleichen Faktoren das Sterblichkeitsrisiko der beiden Gruppen beeinflusste. So waren Rauchen, eine geringe körperliche Aktivität, ein hoher Alkoholkonsum, ein hohes Gewicht, eine obst- und gemüsearme sowie fett- und fleischwarenreiche Ernährung mit einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko verbunden.

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Beide Gruppen unterschieden sich zwar bei den einzelnen Risikofaktoren hinsichtlich der Stärke der beobachteten Beziehungen, jedoch nicht hinsichtlich der Richtung der Risikobeziehung. Bei den Diabetikern fiel auf, dass sich der Verzehr von Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen, Nudeln, Geflügel und Pflanzenöl besonders positiv auf ihr Sterberisiko auswirkte.

„Die Studie ist ein Anhaltspunkt dafür, dass die Empfehlungen für eine gesunde Lebensweise für Menschen mit und ohne Diabetes die gleichen sein sollten“, so die Autoren. Sie weist aber auch darauf hin, dass Diabetiker sich stärker mit ihrer Ernährung auseinandersetzen sollten, da ihr Sterberisiko größer ist als das der nicht erkrankten Menschen und sich der Verzehr einiger Lebensmittelgruppen bei ihnen besonders günstig auswirkt. zyl

* Die EPIC-Studie ist eine prospektive Studie an 23 Zentren in zehn europäischen Ländern mit 519 000 Studienteilnehmern im Erwachsenenalter. Die Potsdamer EPIC-Studie ist mit mehr als 27 000 Teilnehmern beteiligt.

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