ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2013Kulturkalender: Faszinierend und provozierend

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Kulturkalender: Faszinierend und provozierend

Dtsch Arztebl 2013; 110(46): A-2218 / B-1950

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

BERLIN

Belvedere, Wien, © erloschen
Belvedere, Wien, © erloschen
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Bis 27. Januar 2014:

Wien Berlin. Von Schiele bis Grosz

Egon Schieles Gemälde „Eduard Kosmack“ (Foto) gehört zu den etwa 200 Kunstwerken, die den intensiven Austausch der Metropolen Wien und Berlin zu Beginn des 20. Jahrhunderts veranschaulichen. Auch wenn sich die Positionen teils deutlich unterschieden, sorgten doch viele Ausstellungen und engagierte Kunstvermittler für gegenseitige Anregungen und Kenntnisnahme. Mit der Gründung der Künstlersezessionen in beiden Städten, die den Aufbruch in die Moderne markierten, entwickelte sich über den Expressionismus bis hin zur Neuen Sachlichkeit eine kulturelle Blütezeit.

Berlinische Galerie, Alte Jakobstraße 124–128, Mi.–Mo. 10–18 Uhr

Düsseldorf

16. November bis 26. Januar 2014:

Landschaften – Spiegel der Seele

Als Projektionsfläche für ihre Sehnsüchte, als „Spiegel der Seele“ galt vielen Künstlern Anfang des 19. Jahrhunderts die damals noch nicht so sehr durch akademische Regeln reglementierte Landschaftsmalerei. Aus dem reichhaltigen Fundus des Museums Kunstpalast sind 65 herausragende Beispiele deutscher Landschaftsdarstellungen der Romantik zu sehen – von Carl Blechen über Caspar David Friedrich bis Adolph von Menzel.

Museum Kunst Palast, Ehrenhof 4–5, Di.–So. 11–18, Do. 11–21 Uhr

Karlsruhe

Bis 23. Februar 2014:

Zeichen. Sprache. Bilder

Mit typographischen Elementen, Texten und der Sprache in der zeitgenössischen Kunst beschäftigt sich die Themenausstellung. Zahlreiche, teils sehr prominente Künstler haben seit den 1960er Jahren in vielfältigsten Ausprägungen Buchstaben und Worte in ihr bildnerisches Werk integriert. Etwa 50 verschiedene künstlerische Positionen werden anhand der Arbeiten unter anderem von Richard Artschwager, Marcel Broodthaers, Hanne Darboven, Roni Horn, Jasper Johns, Anselm Kiefer, Martin Kippenberger, Ed Ruscha und Kurt Schwitters vorgestellt.

Städtische Galerie, Lichthof 10, Lorenzstraße 27, Mi.–Fr. 10–18, Sa./So. 11–18 Uhr

Leipzig

Bis 12. Januar 2014:

Die Schöne und das Biest

Um „faszinierende, vielleicht auch provozierende Gegenüberstellungen“ geht es den Kuratoren: Sie kombinieren die Pin-ups des kalifornischen Pop-Art-Künstlers Mel Ramos (*1935) mit den surrrealistisch anmutenden Aktbildern des 1874 geborenen Malers, Grafikers und Zeichners Richard Müller sowie mit künstlerischen Arbeiten des Modedesigners Wolfgang Joop. Gemeinsames Thema der insgesamt circa 160 Exponate ist der Mensch mit seinem „tierischen, aber auch himmlischen Aspekt“.

Museum der bildenden Künste, Katharinenstraße 10, Di. + Do.–So. 10–18, Mi. 12–20 Uhr

Münster

24. November bis 16. Februar 2014:

Matisse – Figur und Ornament

Die Polarität von Figur und Ornament war ein zentrales Sujet im Œuvre von Henri Matisse, dem er sich von den frühen 1920er bis zu den späten 1940er Jahren widmete. Insbesondere in seinen farbenfrohen Odalisken-Darstellungen lebte er seine Faszination für orientalische Stoffe und Muster aus. Die Ausstellung zeigt neben Gemälden, Skulpturen und Zeichnungen auch Textilien, die Matisse sammelte.

Kunstmuseum Pablo Picasso, Picassoplatz 1, Di.–So. 10–18 Uhr

Ulm

17. November bis 6. Januar 2014:

Norbert Tadeusz

Fasziniert von den flämischen und italienischen Meistern malte Norbert Tadeusz bereits Anfang der 1960er Jahre, als dies noch verpönt war, an der Düsseldorfer Kunstakademie gegenständliche Bilder. Der 2011 verstorbene Beuys-Schüler avancierte so im Laufe seines Lebens zu einem wichtigen Vertreter der figurativen Malerei. Präsentiert werden selten oder noch nie öffentlich gezeigte Werke.

Kunstverein, Kramgasse 4, Mi.–Fr. 14–18, Sa./So. 11–17 Uhr, Mo./Di. auf Anfrage

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Geschichte der ärztlichen Praxis

Foto: Martina Noehles, Mühlheim
Foto: Martina Noehles, Mühlheim

Die frühesten Aufzeichnungen stammen aus dem Jahre 1647, die letzten von 1896. Dass Ärzte seit jeher gewohnt sind, ihre medizinischen Beobachtungen niederzuschreiben, erwies sich als glücklicher Umstand für ein über drei Jahre laufendes, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes wissenschaftliches Projekt zur Geschichte der ärztlichen Praxis im 17. bis 19. Jahrhundert in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Medizinhistorischen Museen Berlin und Ingolstadt haben aus den faszinierenden Quellen – handgeschriebenen, zum Teil mit kryptischen Buchstabenkürzeln und astrologischen Zeichen versehenen Notizen und Krankenjournalen – eine fesselnde Ausstellung entwickelt: Anhand von acht Arztpraxen beleuchtet sie die sehr unterschiedlichen historischen Modelle der ärztlichen Tätigkeit und des Arzt-Patienten-Verhältnisses (Bild: Praxistagebuch des Arztes und Mathematikers Johannes Magirus, um 1650).

„Praxiswelten“: Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité, Charitéplatz 1, Berlin, Di./Do./Fr./So. 10–17, Mi./Sa. 10–19 Uhr (bis 21. September 2014; ab Mai 2015 in Ingolstadt).

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