ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2013Masern: Impfpflicht kritisch hinterfragen
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Aus den USA und Finnland wurde nach jahrelangem Impfen immer wieder von Masernausbrüchen (mit Inzidenzen, die bis zu 30-mal höher als in Berlin lagen) trotz Impfraten von mehr als 95 Prozent berichtet, wobei überwiegend vollständig Geimpfte erkrankten. Der Rückgang der Maserntodesfälle erfolgte in den entwickelten Ländern völlig unabhängig von Impfungen; in Afrika haben Masern keinen Einfluss auf die langfristige Sterblichkeit der Kinder. Erkrankungen von Säuglingen bei uns sind Folge des Impfens, da unter anderem geimpfte Mütter keinen ausreichenden Nestschutz übertragen. Das ist keine Überraschung, sondern wurde schon vor 20 Jahren unter anderem aus den USA berichtet. Ältere erkranken, weil die Masernimpfung zwar seit 1972 empfohlen, aber vor 1980 kaum angewandt wurde. Macht eine Impfpflicht für Kinder Sinn, wenn die Hälfte der Fälle Erwachsene betrifft? Masernfreiheit unter anderem in obigen Ländern gibt es nur für Fälle, bei denen ein Arztbesuch erfolgt. Inwieweit etwa die südamerikanischen Länder bei deren sozialer Situation und Infrastruktur Masernfreiheit nachweisen können, bleibt zu hinterfragen. Im vergangenen Jahr hat das RKI ausführlich über Mumpsausbrüche berichtet und darauf hingewiesen, dass Ärzte bei vollständig Geimpften eine andere Diagnose stellen, weil sie nicht glauben, dass diese an Mumps erkranken. In Bayern waren 60 Prozent zweimal geimpft, in den USA bis zu 89 Prozent. Hat man das schon wieder vergessen? . . .

Jürgen Fridrich, 56290 Sevenich

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