ArchivDeutsches Ärzteblatt19/1996Neue Buchreihe: Ärzte schreiben für Patienten

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Neue Buchreihe: Ärzte schreiben für Patienten

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LNSLNS "Der emanzipierte Patient – eine Provokation des Arztes?" Manchen Arzt mag die Vorstellung beunruhigen, medizinische Laien, also seine Patienten, in Diagnose- oder Therapieentscheidungen einzubeziehen. Mancher Patient hingegen fühlt sich entmündigt, wenn er jede "Amtshandlung" seines Arztes unkommentiert über sich ergehen lassen soll. Diesen Graben will der Midena Verlag mit einer neuen Buchreihe schließen, die die Patienten informieren und ihnen helfen soll, mit ihrem Arzt zu kommunizieren.
"Gesundheit in Frage und Antwort" heißt die Reihe, in der bislang acht Titel erschienen sind. Die Autoren, allesamt Fachärzte, wollen medizinische Laien in leicht verständlicher Sprache über häufige Krankheiten und medizinische Probleme aufklären. Jeder Band beschäftigt sich mit einem großen Thema, unter anderem mit Krankheiten wie Allergien und Asthma, aber auch mit der richtigen Vorbereitung und Nachsorge bei Operationen. Die Autoren klären auf über Behandlungsmethoden der Schulmedizin, der Naturheilkunde und der Homöopathie. Außerdem liefern sie Angaben über Medikamente sowie Adressen von Selbsthilfegruppen und Verbänden. Ein Glossar mit den wichtigsten Fachausdrücken erleichtert das Verständnis. Nach dem Willen des Verlags sollen noch weitere Titel folgen, so daß langfristig eine umfassende "Bibliothek" für alle wichtigen Krankheitsbilder entsteht.
Vorgestellt wurde die neue Buchreihe im Rahmen des Symposiums "Der emanzipierte Patient". Dr. med. Ellis Huber, Präsident der Ärztekammer Berlin, definierte den "emanzipierten Patienten" als jemanden, der von seinem Arzt erfahren möchte, was wie warum getan wird. Er forderte einen verantwortlichen Umgang mit dem "Ausgeliefertsein" des Patienten. Ein Bedürfnis nach Macht auf seiten der Ärzte zerstöre das ArztPatienten-Verhältnis. Das ist ein Vorwurf, der häufig von Patienteninitiativen und Selbsthilfegruppen erhoben wird. Sie kritisierten während des Symposiums, daß die kommunikativen Fähigkeiten der Ärzte in der Ausbildung nicht genügend gefördert werden. Professor Dr. med. Hannes Wacha, Autor des Bandes "Operationen", brachte die Diskussion auf den Punkt: "Ich brauche als Arzt einen Patienten, der mich versteht und mitarbeitet. Was wir brauchen, ist Vertrauen." hk
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