SUPPLEMENT: PRAXiS

Merkantile Interessen: Zweitrangig

Dtsch Arztebl 2013; 110(46): [1]

Flintrop, Jens

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Der Vorstand der Bundes­ärzte­kammer hat ein Papier erarbeitet, in dem er die Grenzen der unternehmerischen Betätigung von Vertragsärzten sowie deren Beteiligung an Unternehmen aus berufsrechtlicher Sicht darlegt. Die Kernaussage ist banal – aber längst nicht mehr selbstverständlich: „Ärztliche Behandlungsentscheidungen müssen nach medizinischen Gesichtspunkten getroffen werden und dürfen sich nicht von berufsfremden, insbesondere nicht von merkantilen Interessen, leiten lassen.“ Die Patienten sollten darauf vertrauen können, dass Ärzte in allen vertraglichen und sonstigen beruflichen Beziehungen ihre Unabhängigkeit wahren.

Wann gerät die Unabhängigkeit der ärztlichen Entscheidung in Gefahr? Dies kann passieren, wenn Außenstehende sich an der Arztpraxis beteiligten. Gleiches gilt, wenn der Arzt sich im Zusammenhang mit seiner ärztlichen Tätigkeit zusätzlich gewerblich betätigt oder sich gar an Unternehmen beteiligt, auf deren wirtschaftliches Ergebnis er durch seine Diagnose- oder Therapieentscheidung Einfluss nehmen kann. In diesen Konstellationen ist der Arzt permanent aufgerufen, sein ärztliches Tun zu hinterfragen. Die Fairness gebietet es zudem, die Patienten über etwaige wirtschaftliche Verflechtungen zu informieren.

Jens Flintrop

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