ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSSUPPLEMENT: PRAXiS 4/2013Ultraschall: Auf die Stromqualität achten

SUPPLEMENT: PRAXiS

Ultraschall: Auf die Stromqualität achten

Dtsch Arztebl 2013; 110(46): [25]

Karau, Werner

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Umgebungseinflüsse wie Leuchtstoffröhren oder Straßenbahnen können Ultraschallgeräte stören und Sonogramme verfälschen.

Foto: Wikimedia Commons
Foto: Wikimedia Commons

Verrauschte Zonen und Farbstreifen im Sonogramm zählen in vielen Praxen zum Arbeitsalltag. Meist wird dann ein Gerätefehler vermutet und – weil sich der Defekt nicht lokalisieren lässt – die Anlage ausgetauscht. Erst wenn das Problem danach weiterhin besteht oder immer in Verbindung mit bestimmten Ereignissen, wie dem Einschalten des Lichts, auftritt, wird die Fehlerquelle außerhalb des Sonographen gesucht. Ursache sind meist Störungen in der Stromversorgung, wie Spannungsspitzen, Gleichtaktstörspannungen oder hochfrequente Schwingungen, die die Elektronik stören und den piezoelektrischen Effekt beeinträchtigen, auf dem die Echoabtastung beruht. Eine exakte Betrachtung etwa von diagnosekritischen Details des Herzens, wie Blutfluss oder Bewegung der Mitralklappe, wird dadurch unmöglich.

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Ausgelöst werden die Störungen in den meisten Fällen nicht durch Probleme des Netzbetreibers, sondern von Schaltvorgängen oder Verbrauchern innerhalb des lokalen Umfelds, etwa durch den Starter von Leuchtstoffröhren, das Kopiergerät oder eine vorbeifahrende Straßenbahn. Mitunter können auch scheinbar funktionstüchtige Systeme über unbemerkte Defekte am Netzteil die gesamten angrenzenden Energieleitungen mit andauernden Stromstörungen verseuchen.

Selbst Differenzialströme, die beim Übertragen von Bildern und Filmen vom Ultraschallgerät auf den PC über die DICOM- oder die Videoschnittstelle fließen, können zu Darstellungsfehlern führen. Die Folgen sind teilweise deutlich sichtbar, etwa als starkes Bildrauschen bei Doppler-Sonogrammen. Zur Untersuchung des Patienten eignen sich derartige Aufnahmen nur bedingt. Die Krankenkassen können Bilder mit extremen Fehlern sogar ablehnen und die Abrechnung verweigern.

Unschärfe-Effekte

Gefährlicher sind jedoch leichte oder dauerhafte Unschärfe-Effekte, die vom behandelnden Arzt nicht erkannt werden. Anzeichen für Herzerkrankungen oder Fehlbildungen können dadurch übersehen werden – mit möglicherweise fatalen Folgen. Vor allem hochfrequente Störungen und dadurch hervorgerufene Rauschbänder sind für den Laien schwer feststellbar.

Abhilfe schaffen Stromkonditionierer, die vor die Sonographen geschaltet werden. Sie bestehen aus einer Kombination mehrerer Filter und Schutzbarrieren, mit denen die unterschiedlichen, im Netz vorkommenden Fehler abgefangen werden. Damit erhält die Ultraschallanlage den zum Betrieb nötigen Strom in gleichbleibender Menge und Qualität.

Üblicherweise umfassen die Geräte einen Rauschfilter, der die störenden Schwingungen entfernt, einen niedrigohmigen Trenntransformator, um die Gleichtaktstörspannungen zwischen Null- und Erdleiter zu neutralisieren, die sonst zu Datenfehlern und Abstürzen führen könnten, und einen Überspannungsschutz, der Stromspitzen abwehrt, bevor sie die empfindliche Elektronik beschädigen können. Zusätzlich kann ein USV-Modul integriert werden, das bei Stromausfällen einspringt und die Energieversorgung zumindest bis zum sicheren Herunterfahren der Systeme gewährleistet.

In Ausnahmefällen sind Sonographen inzwischen jedoch so sensibel, dass sie auch auf die Wellen eines Radiosenders oder auf starke Handystrahlung reagieren. Mit Strommessungen kann man die Problemursachen eingrenzen. Dabei wird in der Regel eine Woche lang der Stromfluss einschließlich aller auftretenden Ereignisse wie etwa Spannungsschwankungen gemessen. So lässt sich feststellen, ob beispielsweise zur Mittagspause, wenn Mikrowelle oder Herd viel im Einsatz sind, Störungen gehäuft auftreten. Meist reichen die kombinierten Stromfilter aus, um Fehlern dieser Art ein Ende zu bereiten und eine dauerhaft hohe Bildqualität sicherzustellen. Gleichzeitig erhöhen solche Systeme die Lebensdauer der angeschlossenen Geräte, da sie eine ungleichmäßige Beanspruchung der Bauteile verhindern, die im schlimmsten Fall Schäden bis hin zum Totalausfall verursachen kann. Werner Karau

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