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Dtsch Arztebl 2013; 110(47): A-2285

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Adrenalin-Pen für Allergiker zurückgerufen – Wegen möglicher lebensgefährlicher Fehlfunktion hat Alk-Abelló folgende fünf Chargen des Adrenalin-Autoinjektors Jext zur Notfalltherapie schwerer allergischer Reaktionen zurückgerufen:

  • vier Chargen der Stärke Jext 300 Mikrogramm (0000815814, 0000800191, 0000799410, 0000738773) und
  • eine Charge der Stärke Jext 150 Mikrogramm (0000844768).
  • Ebenso Jext-Parallelimporte der Unternehmen Eurim Pharm und Pharma Gerke.

Es besteht nach Angaben des Herstellers das Risiko, dass die Adrenalinlösung nicht korrekt in den Muskel des Patienten abgegeben wird und der lebensbedrohliche Schock unter Umständen nicht ausreichend behandelt wird. Patienten, die ein Notfallmedikament mit einer dieser Bezeichnungen besitzen, sollten dieses in ihre Apotheke zurückbringen. Sie erhalten dort einen Ersatzpen, dessen Kosten der Hersteller trägt. Für Fragen hat der Hersteller eine Telefon-Hotline eingerichtet (040 703845–0).

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Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen bei i.v.-Anwendung von Eisenpräparaten – Alle Eisenpräparate zur intravenösen (i.v) Anwendung können schwere Überempfindlichkeitsreaktionen mit tödlichem Ausgang verursachen. Daher ist auch auf Testdosierungen zu verzichten. Nach Angaben der verschiedenen Zulassungsinhaber ist insbesondere zu beachten, dass Eisen-präparate zur i.v.-Applikation

  • nicht bei Patienten mit einer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff verwendet werden
  • nur angewendet werden, wenn in der Erkennung und Behandlung anaphylaktischer/anaphylaktoider Reaktionen geschulte Fachkräfte sowie eine vollständige Ausrüstung zur Reanimation unverzüglich verfügbar sind
  • während der Schwangerschaft nicht im ersten Trimenon angewendet werden.

Die Patienten sollten während jeder i.v.-Applikation und mindestens 30 Minuten danach auf Anzeichen von Überempfindlichkeitsreaktionen überwacht werden. Zusätzlich wird auf ein erhöhtes Risiko bei Patienten mit bekannter Allergie (einschließlich Arzneimittelallergien) hingewiesen sowie bei Patienten mit immunologischen Erkrankungen (zum Beispiel systemischer Lupus erythematodes, rheumatoide Arthritis).

Screening auf Hepatitis-B-Viren vor Therapiebeginn mit MabThera® Die Roche-Pharma AG weist auf eine Aktualisierung zum Management einer Hepatitis-B-Reaktivierung bei Patienten hin, die mit dem monoklonalen Antikörper MabThera (Rituximab) behandelt werden. Die bisherige Empfehlung wird ausgeweitet, so dass nun bei allen Patienten und in allen Indikationen vor Therapiebeginn ein HBV-Screening empfohlen wird. Patienten mit aktiver Hepatitis-B-Erkrankung dürfen nicht mit MabThera behandelt werden.

Patienten mit einer positiven HBV-Serologie (aber keiner aktiven Erkrankung) sollen vor Behandlungsbeginn mit MabThera einen Spezialisten für Lebererkrankungen aufsuchen und gemäß lokalen medizinischen Standards überwacht und angeleitet werden, um eine Hepatitis-B-Reaktivierung zu verhindern.

Vertriebseinstellung des Intrauterinpessars Multiload® MSD hat das kupferhaltige Intrauterinpessar zur Kontrazeption Multiload® CU 375 außer Handel genommen. Zur Ersatzverordnung wird das baugleiche Intrauterinpessar Multi-Safe CU 375 sowie in der etwas kürzeren Form als Multi-Safe CU 375 short bereits seit 15 Jahren vertrieben. Die Herstellung dieser Produkte erfolgt bei einer Tochterfirma der EurimPharm-Gruppe in Belgien.

Zulassung von Trasylol® tritt wieder in Kraft – Die Nordic Group gibt bekannt, dass die Europäische Kommission die Wiederinkraftsetzung der Marktzulassung für Trasylol® (Aprotinin) genehmigt hat. Die Empfehlung bezieht sich auf eine umfassende Überprüfung der Vorteile und Risiken von Aprotinin. Dabei stellte sich heraus, dass die Ergebnisse der Studie, die zur Aussetzung von Aprotinin geführt hatten, unzuverlässig waren.

Trasylol® ist nunmehr indiziert zur prophylaktischen Anwendung zur Verringerung von Blutverlusten und Bluttransfusionen bei Erwachsenen mit hohem Risiko für größere Blutverluste, die sich einer isolierten Koronararterien-Bypassoperation (CABG) unterziehen. Aprotinin wird Kliniken zur Verfügung gestellt, die CABG durchführen und die sich in das Aprotinin-Register eintragen lassen.

Yervoy® (Ipilimumab) erhält Erstlinienzulassung – Bristol-Myers-Squibb gibt bekannt, dass Yervoy (Ipilimumab) als Erstlinientherapie bei Erwachsenen mit fortgeschrittenem (nichtresezierbarem oder metastasiertem) Melanom zugelassen ist.

Das empfohlene Induktionsregime für Ipilimumab liegt bei 3 mg/kg Körpergewicht, intravenös über einen Zeitraum von 90 Minuten verabreicht, alle drei Wochen für insgesamt vier Dosen. Das Nebenwirkungsprofil von Ipilimumab lässt sich weitgehend aus seinem immunstimulatorischen Wirkprinzip erklären. Für mögliche immunvermittelte Nebenwirkungen gibt es spezifische Therapiealgorithmen.

Informationsmaterialien zur „Mikroskopischen Kolitis“ – Die Mikroskopische Kolitis ist eine vergleichsweise unbekannte chronisch entzündlich Darm­er­krank­ung und hat bislang kaum Eingang in die medizinische Aus- und Weiterbildung gefunden. Umfassendes Informationsmaterial speziell für Gastroenterologen und Pathologen, aber auch für Nichtfachärzte sowie für Patienten bietet die Falk Foundation e.V. mit drei separaten Faltblättern zur Thematik.

Das Informationsmaterial kann kostenfrei angefordert werden unter: www.drfalkpharma.de/fachkreise. EB

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