ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2013Randnotiz: Pole-Position für Gesundes

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Randnotiz: Pole-Position für Gesundes

Dtsch Arztebl 2013; 110(47): A-2243 / B-1971 / C-1911

Schmedt, Michael

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Der Standort der Nahrungsmittel in einem Supermarkt folgt einem ausgefeilten System: Die preiswerteren Produkte findet man in Fußhöhe, von dort aus steigt der Preis oft auf ein Mehrfaches bis in Augenhöhe. Süßigkeiten an der Kasse locken die Kleinsten unter den Einkäufern und rauben den Eltern dann den Nerv. Zigaretten sind ebenso ein „Kassenschlager“. Gesunde Lebensmittel können es da schwer haben, an den Mann oder die Frau zu kommen. Gegen ungesunde Lebensmittel gibt es inzwischen immer wieder Maßnahmen: New York wollte XXL-Becher für Softdrinks verbieten, und Mexiko erhöhte unlängst die Steuern auf Fast Food.

Was aber ist mit all den Berufstätigen, Hotelgästen und Schulkindern, die sich an diversen Frühstücks- oder Mittagsbuffets anstellen? Muss das Schokoladencroissant jetzt doppelt so teuer werden?

Nein! Eine gesunde Auswahl folgt auch hier den Gesetzen der Präsentationsreihenfolge, wie eine Studie (PLoS One 8[10]: e77055) zeigt. 124 Probanden mussten an zwei Frühstücksbuffets in jeweils umgekehrter Reihenfolge vorbeigehen. Eier, Kartoffeln, Speck, Zimtschnecken, Müsli, Obst und fettarmer Joghurt lockten die Hungrigen. Ergebnis: Etwa 86,4 Prozent der Studienteilnehmer griffen zu Obst, wenn es an erster Position stand, am Ende des Buffets fand das Obst nur bei 53,8 Prozent einen Abnehmer. 75,4 Prozent der Probanden entschieden sich für Rührei mit Käse, wenn es zuerst angeboten wurde, aber nur 28,8 Prozent, wenn es als letztes Gericht im Angebot war. Sicher, man könnte einfach auf Ungesundes verzichten, aber ein leckeres Schokocroissant zum Frühstück . . .? Ein bisschen ungesunde Lebensqualität muss sein!

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