ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2013Bariatrische Chirurgie verbessert Typ-2-Diabetes langfristig

AKTUELL: Akut

Bariatrische Chirurgie verbessert Typ-2-Diabetes langfristig

Dtsch Arztebl 2013; 110(47): A-2244 / B-1972 / C-1912

Frenken, Michael

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Bariatrische Operationen führen nicht nur zu einer ausgeprägten und dauerhaften Abnahme des Körpergewichtes, sondern auch zu einer Rückbildung oder Verbesserung einer Reihe von Adipositas-assoziierten Komorbiditäten; bei Typ-2-Diabetikern zum Beispiel zu einer Remission oder wesentlichen Verbesserung des Glukosestoffwechsels. Unklar ist jedoch, inwieweit die antidiabetische Wirksamkeit der Adipositaschirurgie vom Stadium der Diabeteserkrankung und vom gewählten Operationsverfahren abhängig ist.

Nach den Ergebnissen einer großen Studie zur Qualitätssicherung in Deutschland schneiden die malabsorptiven OP-Verfahren hinsichtlich metabolischer Veränderungen signifikant besser ab als die restriktiven Verfahren
(SOARD 2013; http://dx.doi.org/10.1016/j.soard.2013.07.007). Von 17 670 Patienten, die sich einem adipositaschirurgischen Eingriff im Zeitraum zwischen 2005 und 2012 unterzogen, waren 5 506 (31,2 Prozent) Diabetiker. 38,2 Prozent dieser diabetischen Patienten wurden mit Insulin behandelt, 61,8 Prozent erhielten orale Antidiabetika, aber noch kein Insulin. 87,4 Prozent, 82,5 Prozent beziehungsweise 68,9 Prozent der entsprechenden Patienten konnten im Rahmen der Follow-ups nach einem, nach zwei und nach bis zu sechs Jahren nachverfolgt werden.

2 878-mal (52,3 Prozent) kam ein Roux-Y-Magenbypass (RYGB) zur Anwendung, 1 711-mal (31,1 Prozent) die Bildung eines Schlauchmagens (Sleeve Gastrektomie = SG). 679-mal (12,3 Prozent) wurde ein verstellbares Magenband (LAGB) implantiert, 165-mal (3,0 Prozent) erfolgte eine biliopankreatische Diversion mit duodenalem Switch (BPD-DS) und 68-mal (1,3 Prozent) eine biliopankreatische Diversion (BPD). Postoperativ ergab sich eine Remission oder Verbesserung des Typ-2- Diabetes nach ein, zwei und bis zu sechs Jahren wie folgt:

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  • RYGB: 84, 85 und 83 Prozent
  • SG: 83, 80 und 60 Prozent
  • LAGB: 68, 68 und 59 Prozent
  • BDP: 93, 95 und 100 Prozent
  • BPD-DS: 85, 91 und 86 Prozent.

Die Rate von Remission und Verbesserung des Diabetes unterschied sich nicht zwischen Patienten mit oder ohne Insulintherapie.

Dr. med. Dipl.-Biol. Michael Frenken

Als Remission beziehungsweise Verbesserung (= partielle Remission) des Diabetes wurde ein Zustand bezeichnet mit einem Nüchternwert der Plasmaglukose von unter 100 mg/dl beziehungsweise von 100 bis 126 mg/dl, ohne medikamentöse antidiabetische Therapie über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr.

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