ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2013Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

Dtsch Arztebl 2013; 110(48): A-2332 / B-2052 / C-1984

Schuchart, Sabine

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Im Dezember kommt eine Reihe fesselnder Charakterstudien auf die Leinwand – das Deutsche Ärzteblatt stellt eine Auswahl sehenswerter Premieren vor.

DRAMA

© Studiocanal
© Studiocanal
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Ab 5. Dezember:

Inside Llewyn Davis

Die legendären Regie-Brüder Joel und Ethan Coen (Bild: links und rechts, mit Hauptdarsteller Oscar Isaac, Mitte) entführen uns in die New Yorker Folkszene Anfang der 1960er Jahre, kurz bevor der Sänger Bob Dylan dort ankam und seine Weltkarriere startete. Allerdings widmen die bekennenden Dylan-Jünger dem späteren Star nur zum Schluss eine Szene. Ihre meisterhafte Charakter- und Milieustudie konzentriert sich vielmehr auf einen fiktiven Außenseiter und dessen turbulentes Leben: den eigenbrötlerischen Musiker Llewyn Davis (grandios: Oscar Isaac), der versucht, sich in den Clubs von Greenwich Village durchzusetzen. Auch die Nebenrollen sind mit Carey Mulligan, Justin Timberlake, John Goodman und Garrett Hedlund topbesetzt.

USA 2013, 104 Min. (FSK: 6)

Ab 5. Dezember:

Houston

In der Hauptrolle glänzt Ulrich Tukur als Headhunter Clemens Trunschka, der hinter der Fassade steter Leistungsbereitschaft sein Alkoholproblem versteckt. Der Familienvater erhält einen lukrativen, aber auch ungemein schwierigen Auftrag: Er soll für einen deutschen Automobilkonzern Steve Ringer (Jason Douglas), Chef des Energieriesen Houston Petrol, in Texas abwerben. In seiner Gier und Getriebenheit greift Trunschka auch zu schmutzigen Mitteln – ein fesselnder Einblick in die Psyche eines Antihelden.

Deutschland/USA 2013, 107 Min. (FSK: 12)

Ab 19. Dezember:

Blau ist eine warme Farbe

Die intime, überragend gespielte Liebesgeschichte zweier Frauen (Originaltitel: „La vie d’Adèle“) war dieses Jahr der Hauptgewinner und Publikumsliebling in Cannes. In dem wegen seiner Sexszenen allerdings auch kontrovers diskutierten Drama von Regisseur Abdellatif Kechiche über eine lesbische Liebe verliebt sich die 17-jährige Schülerin Adèle (Adèle Exarchopoulos), die Lehrerin werden will, in die Kunststudentin Emma (Léa Seydoux). Aus der leidenschaftlichen Romanze entwickelt sich eine erwachsene Beziehung, die schließlich schmerzhaft an den Klassenunterschieden scheitert.

Frankreich 2013, 179 Min. (FSK: 16)

Ab 25. Dezember:

Das Mädchen und der Künstler

Ein Pyrenäendorf 1943: Der 80-jährige Bildhauer Marc Cros (Jean Rochefort) möchte vor seinem Tod eine letzte große Skulptur erschaffen. Seine Frau (Claudia Cardinale) vermittelt ihm als Modell die junge Katalanin Mercé (Aida Folch), die vor den Truppen Francos floh. Fernando Truebas Hommage an die Kunst besticht durch die ruhige Erzählweise und wunderschöne meditative Bilder.

Spanien 2012, 105 Min.

Ab 25. Dezember:

Der Medicus

Die deutsche Verfilmung des Weltbestsellers von Noah Gordon kommt als bildgewaltiges Historien- und Abenteuerepos mit internationaler Starbesetzung (Ben Kingsley, Emma Rigby, Olivier Martinez, Stellan Skarsgård) auf die Leinwand. Nur die Rolle des jungen Medicus Rob Cole, der bei seinem Werdegang zum Arzt und seiner Reise aus dem England des 11. Jahrhunderts ins persische Isfahan zahllosen Gefahren und Herausforderungen begegnet, ist mit einem Newcomer, dem 30-jährigen Briten Tom Payne, besetzt.

Deutschland 2013, 150 Min. (FSK: 12)

KOMÖDIE

Ab 19. Dezember:

Genug gesagt

Wer den umwerfenden, 2013 viel zu früh verstorbenen Schauspieler James Gandolfini („Die Sopranos“) noch einmal erleben möchte, darf sich „Genug gesagt“ nicht entgehen lassen. Die spritzige Dreieckskomödie handelt von der alleinerziehenden Masseurin Eva (Julia Louis-Dreyfus), die Albert (Gandolfini) kennenlernt und gleichzeitig Marianne (Catherine Keener), von der sie nicht weiß, dass es sich um Alberts Exfrau handelt. Dass diese an sich nicht neuartige Konstellation so unterhaltsam ist, liegt an den pointierten Dialogen, der Situationskomik und den sympathischen Protagonisten.

USA 2013, 94 Min. (FSK: 6)

Sabine Schuchart

DVD-Tipp

Ultimative Katastrophe

Verunreinigte Meere, sterbende Landschaften, bedrohte Tierwelt – die Welt leidet an einem globalen Müllproblem, das sich durch unverrottbare Plastikabfälle und toxische Chemikalien aktuell noch verschärft hat. Die Folgen für den Menschen, für die Ernährungskette und Umwelt sind dramatisch. In der mehrfach ausgezeichneten amerikanischen Dokumentation begibt sich Schauspieler Jeremy Irons auf eine Reise quer um den Erdball und macht sachlich und ohne jeden Populismus auf das erschreckende Phänomen, aber auch auf Ansätze zu dessen Bewältigung aufmerksam. Er befragt Wissenschaftler und Umweltaktivisten. Die Tatsachen sind im Grunde bekannt, aber die Botschaft ist dennoch sehr wichtig: Trotz der Ignoranz von Konsumenten und der Profitgier derjenigen, die an der Müllproduktion verdienen, muss die ultimative Katastrophe unbedingt verhindert werden.

Candida Brady: „Weggeworfen – Trashed“, 97 Min., USA 2012; Sprachen: Deutsch und Englisch, circa 16 € (Erscheinungstermin: 7. November 2013)

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