ArchivDeutsches Ärzteblatt20/1996Berlin und Brandenburg: Lieber weiter allein

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Berlin und Brandenburg: Lieber weiter allein

Dauth, Sabine

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LNSLNSLNSLNS Wochenlang wurde sie beschworen oder kritisiert, nun ist sie gescheitert: die Fusion von Berlin und Brandenburg. Die ärztlichen Körperschaften vor Ort haben das Ergebnis gelassen hingenommen: Nach allem, was zu lesen war, bevorzugten viele Ärztinnen und Ärzte die Eigenständigkeit ihrer Organisationen – selbst für den Fall der Länderehe.
Der Berliner Kammerpräsident Dr. Ellis Huber hätte wohl nichts gegen einen Zusammenschluß gehabt. Auch dem Vorsitzenden der Berliner Kassenärztlichen Vereinigung, Dr. Roderich Nehls, wurde nachgesagt, er hätte sich mit einer vereinigten KV anfreunden können. Doch die Brandenburger waren eindeutig anderer Auffassung.
Dr. Roger Kirchner, bis vor kurzem Präsident der dortigen Lan­des­ärz­te­kam­mer, schrieb im April in "KV intern", man wolle die Körperschaften auch im Fall einer Fusion bestehenlassen. Die Ärzte hätten in den vergangenen sechs Jahren ein hohes Maß an Identifikation mit "ihrer" Körperschaft entwickelt. Außerdem gebe es im Flächenland Brandenburg ganz andere Versorgungsanforderungen und -aufgaben als in Berlin. Die Erklärung war mit der KV Brandenburg abgestimmt. Deren Ver­tre­ter­ver­samm­lung hatte im März dafür gestimmt, daß alles beim neuen alten bleiben solle.
Ernsthaft zu bedauern ist das nicht. Eine Fusion hätte, im Großen wie im Kleinen, Vorteile und finanzielle Vorzüge gehabt. Doch ein Eheschluß allein löst nun mal keine Probleme – weder auf privater noch auf politischer Ebene. th
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