ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2013Petra Thürmann: Pharmakotherapie im Pflegeheim verbessern

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Petra Thürmann: Pharmakotherapie im Pflegeheim verbessern

Dtsch Arztebl 2013; 110(49): A-2383 / B-2097 / C-2023

Hibbeler, Birgit

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Petra Thürmann, Foto: Universität Witten/Herdecke
Petra Thürmann, Foto: Universität Witten/Herdecke

Alte Menschen bekommen oft viele Medikamente. Ob ihnen das nutzt oder schadet, bleibt meist unklar. Die Klinische Pharmakologin Prof. Dr. med. Petra Thürmann (53) wollte der Sache auf den Grund gehen. Sie initiierte ein Projekt zur Arznei­mittel­therapie­sicherheit in Pflegeheimen.

Bei 800 Bewohnern in 11 Heimen in Nordrhein-Westfalen wurden über einen Monat unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) dokumentiert. Bei zehn bis zwölf Prozent der Bewohner traten Ereignisse auf. „Das reichte vom Schwindel bis zum Tod“, sagt Thürmann. Mehr als die Hälfte der UAW hätte man verhindern können. Und so folgten Gegenmaßnahmen: Fortbildungen für Pflegekräfte, Hausärzte und versorgende Apotheker. Vor allem wurde die interdisziplinäre Zusammenarbeit gefördert.

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Für das Projekt hat Thürmann den mit 5 000 Euro dotierten „Gesundheitspreis Nordrhein-Westfalen“ erhalten. Die Initiative soll nun ausgeweitet werden – weiterhin gefördert vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium. Es soll geklärt werden, ob die Maßnahmen geeignet sind, die UAW in Heimen zu reduzieren.

Thürmann ist Lehrstuhlinhaberin für Klinische Pharmakologie der Universität Witten/Herdecke und Direktorin des Philipp-Klee-Instituts für klinische Pharmakologie, Helios-Klinikum Wuppertal. Zur geriatrischen Arzneitherapie kam sie über die Pharmakovigilanz. „Das Thema erscheint vielleicht vielen nicht so sexy. Aber ich bin Pragmatikerin“, sagt sie. UAW seien bei älteren Menschen häufig – und oftmals vermeidbar. Birgit Hibbeler

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