ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2013SAPV: Die Rolle des Hausarztes stärken
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Als langjährig tätige Hausärztin verfolge ich mit besonderem Interesse Beiträge zur Palliativmedizin in Fachzeitschriften.

Beide Beiträge geben den Eindruck, als könnten Menschen nur menschenwürdig beim Sterben begleitet werden, wenn der zuständige Arzt eine palliativmedizinische Zusatzausbildung durchlaufen hat . . . Das Thema „Sterben“ ist für Hausärzte, die sich viel um das tägliche Sterben kümmern, kein Tabuthema. Jeder Mensch, der freiwillig oder auf Druck der Angehörigen/Betreuer in ein Pflegeheim kommt, weiß, dass dies seine Endstation sein wird. Gerade Patienten mit einer unheilbaren Krankheit möchten sich mit ihrem Hausarzt über ihr zu erwartendes Sterben unterhalten, wollen Rat unter anderem auch zu sinnvollen Zusätzen zur offiziellen Patientenverfügung. Sicher ist es hilfreich, wenn sich ein Team zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung um Patienten kümmert, die aufgrund ihrer Erkrankung und Beschwerden besondere Kompetenz bei der Sterbebegleitung brauchen. Aber bei den meisten pflegebedürftigen, häufig auch dementen Patienten kommt es zu einer akuten Verschlechterung des Gesundheitszustands als Folge eines Infektes. Es bestehen die beiden Alternativen: Einweisung in die Klinik oder palliative Begleitung vor Ort. Ersteres geht rasch, letzteres bedarf oft intensiver Gespräche, wenn möglich mit den Betroffenen oder den Angehörigen beziehungsweise Betreuern und dem Pflegepersonal. Da solche Gespräche meist auch im Rahmen der ambulanten oder stationären Pflege dokumentiert werden müssen, ist eine Dauer von mindestens 60 Minuten die Norm. Häufigere Besuche, auch nachts und am Wochenende, sind meist notwendig. Dieses Engagement wird nicht adäquat bezahlt und, wie den Beiträgen zu entnehmen ist, auch anscheinend nicht wertgeschätzt . . .

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Ich denke, die Rolle des Hausarztes sollte im Rahmen der Sterbebegleitung gestärkt, die finanzielle Entlohnung dem Zeitaufwand angepasst werden . . .

Dr. med. Maria Hussain, 81475 München

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