ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2013Wirbelsäulenregister: Mehr Transparenz über Eingriffe

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Wirbelsäulenregister: Mehr Transparenz über Eingriffe

Dtsch Arztebl 2013; 110(49): A-2343 / B-2063 / C-1995

EB

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Die Langzeitverläufe nach Operation können mit dem Wirbelsäulenregister erfasst werden. Foto: Fotolia/Tobilander
Die Langzeitverläufe nach Operation können mit dem Wirbelsäulenregister erfasst werden. Foto: Fotolia/Tobilander

Valide Informationen über die Anzahl und Art der Operationen sowie über die Behandlungsergebnisse bei Wirbelsäulenerkrankungen sollen künftig über das zentral geführte nationale Wirbelsäulenregister verfügbar sein. Die Deutsche Wirbelsäulengesellschaft (DWG) hatte das Register vor zwei Jahren eingeführt und zusammen mit zahlreichen Kliniken und Versorgungseinrichtungen zunächst als Pilotprojekt gestartet. Angaben über die Art der behandelten Erkrankungen, Risikofaktoren, Therapieart, Komplikationen und Ergebnisse können sowohl aus Therapeuten- als auch aus Patientensicht analysiert werden.

Das Register ermögliche Langzeitbeobachtungen und Therapievergleiche auf wissenschaftlicher Basis, erläuterte Dr. med. Frerk Meyer, Oldenburg, Leiter der Registerkommission der DWG. „Zwar werden zu Abrechnungszwecken ebenfalls zahlreiche Daten erhoben, diese sind jedoch nur bedingt geeignet, um Fragen zu Umfang und Art der Versorgung sowie zur Versorgungsqualität zu beantworten.“

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Bereits die Zahl der Wirbelsäuleneingriffe kann laut DWG ohne Register kaum exakt ermittelt werden: So werde bei anderen Statistiken etwa ein Eingriff, bei dem ein kleiner Abschnitt der Wirbelsäule versteift wird, als zwei Operationen gezählt – jeweils eine für die Entfernung der Bandscheibe und für die Versteifung der Wirbelkörper. „Das Ergebnis sind verfälschte Operationszahlen, die deutlich höher als die tatsächlichen Zahlen liegen“, betonte DWG-Präsident Dr. med. Daniel Rosenthal. Das Wirbelsäulenregister trage damit zu einer Versachlichung der Diskussion bei, die über die Notwendigkeit von operativen Eingriffen geführt werde.

Das Register nutzt die vorhandene Technologie des internationalen Wirbelsäulenregisters „Spine Tango“, so dass auch internationale Vergleiche möglich sind. EB

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