ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2013Wilhelm-Fabry-Museum: Die Dosis macht das Gift

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Wilhelm-Fabry-Museum: Die Dosis macht das Gift

Dtsch Arztebl 2013; 110(49): [63]

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Alexia Petertil, Zuckerpuppe. Foto: Wilhelm-Fabry-Museum
Alexia Petertil, Zuckerpuppe. Foto: Wilhelm-Fabry-Museum

In einer Überflussgesellschaft, in der Instinkte für körperliche und seelische Bedürfnisse immer mehr verloren gehen, erscheint die vor fast 500 Jahren von Paracelsus geäußerte Erkenntnis, dass die Dosis das Gift macht, umso bedeutsamer. Das belegt schon die Tatsache, dass in Deutschland 66 Prozent der Männer und 51 Prozent der Frauen übergewichtig sind. Zu den „normalen“ Zivilisationskrankheiten und neuen gesellschaftlichen Problemen wie Komatrinken oder Computerspielsucht ist aktuell ein Phänomen ausgemacht worden, das als eine weitere Folge der globalen Digitalisierung gesehen werden muss. Laut der Wochenzeitung „Die Zeit“ leiden die Betroffenen an einer Überdosis an Information. Eine „Online“-Sucht, die keine Auszeiten oder Freiräume mehr zulässt. Paracelsus’ hochaktuelle Weisheit findet in den 44 Kunstwerken der 8. Themenausstellung „Die Dosis macht das Gift: Genuss und Sucht – Heilung und Verfall“, die bis zum 8. März im Hildener Wilhelm-Fabry-Museum zu sehen ist, ganz unterschiedliche moderne Interpretationen. So beziehen sich die Malereien, Fotografien, Skulpturen und Collagen auf wahrnehmungs- und erkenntnistheoretische Aspekte, starke Gefühle, wie Ehrgeiz und Liebe, und verblüffen mit den widersprüchlichen Eigenschaften legaler und illegaler Drogen.

Wie bei allen früheren Themenausstellungen wird es ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen und literarischen Veranstaltungen geben. EB

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