ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2013Frage der Woche an . . . Dr. med. Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin

ÄRZTESTELLEN: Frage der Woche

Frage der Woche an . . . Dr. med. Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin

Die Personalentwicklungskosten in den Krankenhäusern sollen gesondert vergütet werden. Warum ist das so wichtig?

Dtsch Arztebl 2013; 110(49): [4]

Flintrop, Jens

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Foto: Kathleen Friedrich
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Das Land Berlin hat einen Entschließungsantrag in den Bundesrat eingebracht, dessen Ziel es ist, die Personalentwicklungskosten in den Krankenhäusern besser zu finanzieren.

Die Personalentwicklungskosten in den Krankenhäusern sollen gesondert vergütet werden. Warum ist das so wichtig?

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Jonitz: Für neue Medikamente oder neue technische Verfahren und Ausrüstungen wird neues Geld bereitgestellt, für „neues Wissen“ jedoch nicht. Das kann doch nicht sein. Für eine hochwertige Behandlung und humane Betreuung kranker Menschen sind höchstqualifizierte Ärztinnen und Ärzte, aber auch höchstqualifizierte Angehörige anderer Gesundheitsberufe essenzielle Voraussetzung.

Spätestens bei der Beförderung der Themen Patientensicherheit oder der Begegnung des Ärztemangels durch bessere Delegation von Leistungen sind Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen unerlässlich. Gerade für die Förderung von Patientensicherheit gibt es international anerkannte und explizite Curricula für alle Gesundheitsberufe. Um ärztliche Leistungen sinnvoll an medizinische Assistenzberufe delegieren zu können, braucht es Kenntnisse und Fähigkeiten auf dem Gebiet der Führung und der Kommunikation. Alle diese auf die Qualifikation des Gesundheitspersonals bezogenen Maßnahmen sind neu und waren zur Einführung und ersten Kalkulation der Fallpauschalen im DRG-System nicht existent.

Aus-, Weiter- und Fortbildung dürfen kein Zufalls- oder Nebenprodukt der normalen Berufsausübung sein. Deshalb müssen die Personalentwicklungskosten in den Krankenhäusern zusätzlich vergütet werden.

Nachdem im Mai zunächst die Haupt­ver­samm­lung des Marburger Bundes und anschließend der Deutsche Ärztetag den Gesetzgeber per Beschluss aufgefordert haben, die Personalentwicklungskosten in Krankenhaus und Praxis zusätzlich zu vergüten, freut es mich sehr, dass auf Initiative des Berliner Gesundheitssenators Mario Czaja und unterstützt durch die Berliner Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres das Land Berlin unsere Forderung für den Krankenhausbereich unterstützt: Die Bundesratsinitiative zur Finanzierung von Personalentwicklungskosten im Krankenhaus ist von Berlin aus gestartet. Die bestehenden Refinanzierungsmöglichkeiten würden den gestiegenen Anforderungen an eine bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Aus-, Weiter- und Fortbildung nicht gerecht, heißt es in der Begründung. Eine Stärkung der Aus-, Weiter- und Fortbildung im Krankenhaussektor sei wesentliche Voraussetzung für eine leistungsfähige und humane Gesundheitsversorgung sowie ein Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur Stärkung des Gesundheitsstandortes Deutschland. JF

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