ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2013Kongress Operation Karriere: Hab’ Spaß – werd’ Arzt!

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Kongress Operation Karriere: Hab’ Spaß – werd’ Arzt!

Dtsch Arztebl 2013; 110(49): A-2348 / B-2068 / C-2000

Richter-Kuhlmann, Eva

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Mehr als 500 Teilnehmer informierten sich Ende November auf dem Kongress des Deutschen Ärzteblattes in Berlin über das Medizinstudium, Bewerbung, Karriereplanung und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Fotos: Peter Himsel
Fotos: Peter Himsel

Es gibt nichts Schöneres als Menschen zu heilen – das textet die Band des Mediziner-Kabaretts der Charité Berlin in ihrem Song „Hab’ Spaß, werd’ Arzt“. Mit ihm rockten acht künftige Ärztinnen und Ärzte zur Eröffnung des diesjährigen bundesweiten Nachwuchskongresses „Operation Karriere“ den Vortragssaal. Der Song zum Auftakt war Programm für den gesamten Kongress, den das Deutsche Ärzteblatt am 22. und 23. November in Berlin-Mitte veranstaltete. Denn ganz im Mittelpunkt standen bei diesem das „Arzt werden“, die Aus- und Weiterbildung zum Arzt in Deutschland und die Frage, wie man sie optimal und mit Spaß absolvieren kann.

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Erstmalig fand der mittlerweile 7. Berliner Kongress in der European School of Management and Technology statt, dem ehemaligen Staatsratsgebäude der DDR. Trotz des historischen Ambientes des 1964 errichteten Gebäudes und der Möglichkeit, einen Blick in das Büro des ehemaligen Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker zu werfen, war die Aufmerksamkeit der etwa 550 Teilnehmer ganz auf die Gegenwart und die Zukunft gerichtet: Probleme im Studienalltag, Frust beim Lernen und Missgeschicke bei den ersten klinischen Tätigkeiten parodierte auch die Kabarett-Band in ihrem Programm ebenso wie die Hierarchien im Krankenhaus, Arzt-Patienten-Beziehungen und die verschiedenen Fachgebiete.

„Ärzte sind den Menschen so nah wie kein anderer Berufsstand“, motivierte Günther Jonitz die Teilnehmer.
„Ärzte sind den Menschen so nah wie kein anderer Berufsstand“, motivierte Günther Jonitz die Teilnehmer.

„Es ist toll, wenn Studierende sich auf diese Weise mit ihrem Studium und ihrem künftigen Beruf auseinandersetzen“, sagte der Präsident der Ärztekammer Berlin, Dr. med. Günther Jonitz, der sich den Fragen der Studierenden stellte. Dabei gratulierte er ihnen ausdrücklich zu ihrer Berufswahl. „Sie haben momentan eine nahezu grenzenlose Auswahl an Arbeitsmöglichkeiten. Nutzen und hinterfragen Sie diese“, riet Jonitz. Sollte es Probleme geben, ermutigte er die Nachwuchsärzte, sich frühzeitig an ihre Ärztekammer zu wenden: „Denn auch wenn die Krankenhäuser den Nachwuchs umwerben und beste Arbeitsbedingungen anpreisen, gibt es noch Defizite.“

Dies bestätigte Jan Gerken, Sprecher der Fachschaftsinitiative Medizin der Charité Berlin. „An vielen Kliniken herrschen immer noch stark hierarchische Strukturen, und gerade jungen Ärztinnen wird es noch immer schwergemacht, Beruf und Familienleben unter einen Hut zu bekommen“, sagte der Medizinstudent im 6. Semester. „Ich kann mir zumindest nicht vorstellen, wie man eine Familie gründen kann, wenn man an einer Universitätsklinik Karriere machen möchte.“ Gerken beklagte aber auch Probleme während der Ausbildung zum Arzt: „Wir brauchen Sicherheit während des Studiums“, sagte er mit Verweis auf verschiedene Modellstudiengänge in Deutschland. „Wir müssen wissen, dass unser Studium so fortgeführt wird, wie wir es zu Beginn garantiert bekommen haben.“

Jonitz appellierte an die Nachwuchsärzte, sich aktiv um die eigene Aus- und Weiterbildung zu kümmern. Diesen Rat konnten die Studierenden sofort in die Tat umsetzen. Auf dem Kongress konnten sie sich bei etwa 30 Vorträgen und zahlreichen Workshops über Studium, Karriereplanung, Bewerbung und die Weiterbildungsmöglichkeiten in den einzelnen Fachrichtungen informieren. Zudem boten ihnen bei der begleitenden „KarriereMesse“ Verbände, Kliniken und Unternehmen der Gesundheitswirtschaft einen Überblick über den derzeitigen Arbeitsmarkt.

Einen Regionalkongress „Operation Karriere“ veranstaltet das Deutsche Ärzteblatt am 7. Dezember in Köln. Weitere Regionalkongresse werden 2014 in Frankfurt/Main, Hamburg und München folgen.

Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann

@ www.operation-karriere.de

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