ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2013Marc-Eric Halatsch: Kampf gegen das Glioblastom

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Marc-Eric Halatsch: Kampf gegen das Glioblastom

Dtsch Arztebl 2013; 110(49): A-2383 / B-2097 / C-2023

Hibbeler, Birgit

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Marc-Eric Halatsch, Foto: Universitätsklinikum Ulm
Marc-Eric Halatsch, Foto: Universitätsklinikum Ulm

Das Glioblastom hat eine schlechte Prognose: Auch mit Operation, Bestrahlung und Chemotherapie sterben die Patienten im Schnitt 14 Monate nach der Diagnosestellung. Für Prof. Dr. med. Marc-Eric Halatsch (46) ein frustrierender Zustand. Der Neurochirurg hat immer wieder erlebt, wie wenig eine „gelungene“ Operation und die Standardbehandlung den Patienten helfen.

Das Glioblastom sei ein „biologisch eigenwilliger“ Tumor, sagt Halatsch. Für die Pharmaindustrie sei er kaum interessant. Zwar handle es sich um den häufigsten hirneigenen Tumor beim Erwachsenen, doch mit einer Inzidenz von fünf bis sieben Erkrankungen auf 100 000 Einwohner sei er selten.

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Halatsch ist Leitender Oberarzt in der Neurochirurgie am Universitätsklinikum Ulm. Gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern verfolgt er nun einen unkonventionellen Ansatz. Die „International Initiative for Accelerated Improvement of Glioblastoma Care“ hat das Behandlungskonzept CUSP9 (Coordinated Undermining of Survival Paths with 9 repurposed drugs) entwickelt. Neben dem Standardchemotherapeutikum Temozolomid sind Medikamente in dem Regime, von denen man aus experimentellen Untersuchungen weiß, dass sie eine Wirkung auf Glioblastomzellen haben. Das sind unter anderem der ACE-Hemmer Captopril und das Antimykotikum Ketokonazol.

Ziel ist eine klinische Studie mit CUSP9. Derzeit steht eine Genehmigung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte noch aus. Ein erster Erfolg ist aber eine Förderung durch die Schweizer Stiftung „Reliable Cancer Therapies“. Birgit Hibbeler

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