ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2013Behandlung von depressiven Störungen bei Kindern und Jugendlichen

MEDIZIN: Klinische Leitlinie

Behandlung von depressiven Störungen bei Kindern und Jugendlichen

The treatment of depressive disorders in children and adolescents

Dtsch Arztebl Int 2013; 110(50): 854-60; DOI: 10.3238/arztebl.2013.0854

Dolle, Kathrin; Schulte-Körne, Gerd

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Hintergrund: Depressive Störungen zählen zu den häufigsten psychischen Störungen weltweit. Vor der Pubertät sind circa 3 %, nach der Pubertät circa 6 % der Kinder und Jugendlichen betroffen. Bei vielen Ärzten besteht Unsicherheit, welche Behandlungsansätze wirksam sind und wie die Therapie geplant werden sollte.

Methoden: Systematische Literaturrecherchen wurden in elektronischen Datenbanken, Studienregistern und als Handsuche durchgeführt. Über 450 Studien (überwiegend randomisierte kontrollierte Studien [RCTs]) wurden in fünf Evidenztabellen zusammengefasst. Die Empfehlungen wurden im Rahmen einer Konsensuskonferenz durch die Vertretungen von 23 Organisationen diskutiert und verabschiedet.

Ergebnisse: Als Behandlung der ersten Wahl für Kinder und Jugendliche ab acht Jahren werden in erster Linie die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) (Cohens d [Effektstärke]: 0,5–2) oder die interpersonelle Psychotherapie (Cohens d: 0,5–0,6) empfohlen. Fluoxetin (Cohens d: 0,3–5,6) wird zur medikamentösen Behandlung alleine oder in Kombination mit KVT empfohlen. Die Analyse ergab einen niedrigeren Evidenzgrad für die psychodynamische oder systemische Psychotherapie beziehungsweise die Medikation mit Escitalopram, Citalopram oder Sertralin. Bei leichter bis mittelgradiger Depression wird eine Psychotherapie empfohlen, bei schwerer Depression eine Kombinationstherapie. Es fehlen – besonders im Kindesalter – aussagekräftige Studien zum Vergleich dieser Behandlungsansätze und zu komplementären Interventionen (beispielsweise künstlerische Therapien, Wachtherapie, Jugendhilfemaßnahmen).

Schlussfolgerungen: Für die Behandlung von depressiven Störungen bei Jugendlichen liegt eine ausreichende Evidenz für Empfehlungen vor, für Kinder fehlt sie überwiegend. Es besteht großer Handlungsbedarf im Bereich der Interventionsforschung bei Kindern und Jugendlichen.

LNSLNS

Depressive Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen weltweit. Laut Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) leiden etwa 121 Millionen Menschen darunter. Depressive Störungen sind derzeit die bedeutenste Ursache für den Verlust von Lebensjahren ohne gesundheitliche Einschränkungen („years lost due to disability“, YLD). Sie werden hinsichtlich der globalen Krankheitslast (gemessen als „disability adjusted life years“, DALY) bis zum Jahr 2020 den zweiten Rang einnehmen (WHO, 2012) (1).

Depressive Störungen treten bereits frühzeitig auf, vor der Pubertät sind circa 3 %, nach der Pubertät circa 6 % der Kinder und Jugendlichen betroffen (e1). Die Störungen verlaufen in Episoden unterschiedlicher Länge, nicht selten chronisch, und führen zu einer erheblichen Beeinträchtigung der psychosozialen Entwicklung. Das Risiko für einen Jugendlichen, nach einer ersten Episode der Störung innerhalb von fünf Jahren erneut zu erkranken, liegt zwischen 50 und 70 % (e2).

Nicht alle betroffenen Kinder und Jugendlichen erhalten eine optimale Behandlung (2). Eine Evidenz zur Wirksamkeit verschiedener Behandlungsansätze ist häufig nicht verfügbar. Empfehlungen aus dem Erwachsenenbereich (e3) können nicht pauschal übertragen werden, da sowohl die Symptomatik als auch die Angemessenheit und Wirksamkeit der Behandlungsansätze vom Alter und dem Entwicklungsstand des Patienten abhängen.

2010 stieß die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) die Entwicklung einer evidenz- und konsensbasierten S3-Leitlinie zur Behandlung von depressiven Störungen im Kindes- und Jugendalter (3–18 Jahre) gemäß den ICD-10-Kriterien (F32, F33, F34.1 und F92.0) an, damit mehr Betroffene die für sie optimale Behandlung erhalten. Die Leitlinie informiert über den aktuellen Erkenntnisstand zur Wirksamkeit von Behandlungsansätzen und erleichtert durch Empfehlungen die Auswahl und Planung einer wirksamen Behandlungsstrategie (3).

Methode

Eine systematische Suche (Grafik 1) nach vorhandenen Leitlinien ergab drei relevante Einschlüsse (47). Zusätzlich wurden eigene Recherchen von Juli 2011 bis Juli 2012 in jeweils vier Datenbanken, in Registern klinischer Studien sowie als Handsuche in Fachzeitschriften und Kongressberichten durchgeführt. Dabei wurden modular aufgebaute Suchfilter eingesetzt (Beispiel im eKasten 1). Zwei unabhängige Gutachterinnen wählten die Studien aus und bewerteten sie. Bei Abweichungen wurde nach einer erneuten Durchsicht und Diskussion ein Konsens gefunden. Ein- und Ausschlusskriterien sind im Kasten dargestellt.

Ergebnis der systematischen Literatursuche und -bewertung
Ergebnis der systematischen Literatursuche und -bewertung
Grafik 1
Ergebnis der systematischen Literatursuche und -bewertung
Methode der systematischen Literatursuche
Methode der systematischen Literatursuche
Kasten
Methode der systematischen Literatursuche

Alle systematischen Reviews und Studien mit Kontrollgruppen wurden mit Hilfe strukturierter Checklisten des Scottish Intercollegiate Guidelines Network (SIGN, abrufbar unter www.sign.ac.uk/methodology/checklists.html) durch zwei Gutachterinnen geprüft. Anschließend wurden sie in fünf Evidenztabellen thematisch geordnet zusammengefasst und mit einem Evidenzgrad versehen. Anhand dieser Evidenztabellen und der Empfehlungen aus den vorhandenen Leitlinien wurden Empfehlungen für die klinischen Schlüsselfragen entwickelt, denen ein Empfehlungsgrad zugeordnet wurde. Für die Vergabe der Evidenz- und Empfehlungsgrade wurde das Schema des Oxford Centre for Evidence-Based Medicine (8) herangezogen (eTabelle).

Dosierungen der empfohlenen Medikamente in randomisierten kontrollierten Studien
Dosierungen der empfohlenen Medikamente in randomisierten kontrollierten Studien
Tabelle
Dosierungen der empfohlenen Medikamente in randomisierten kontrollierten Studien
Evidenzgrade des Oxford Centre for Evidence-Based Medicine (7) für den Bereich Behandlung und zugeordnete Empfehlungsgrade
Evidenzgrade des Oxford Centre for Evidence-Based Medicine (7) für den Bereich Behandlung und zugeordnete Empfehlungsgrade
eTabelle
Evidenzgrade des Oxford Centre for Evidence-Based Medicine (7) für den Bereich Behandlung und zugeordnete Empfehlungsgrade

In einer Konsensuskonferenz unter Moderation durch die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) wurde über jede Empfehlung in einem „Nominalen Gruppenprozess“ diskutiert und abgestimmt. Jede der 23 beteiligten Organisationen (eKasten 2) hatte eine Stimme. Für alle Empfehlungen konnte ein „starker Konsens“ (> 95 % Zustimmung), ein „Konsens“ (> 75–95 % Zustimmung) oder eine „mehrheitliche Zustimmung“ (> 50–75 %) erreicht werden.

Ergebnisse und Empfehlungen

Behandlungsrahmen

Die Behandlung depressiver Störungen erfordert zunächst die eingehende Diagnostik und Klassifikation nach den Kriterien des ICD-10, das drei Schweregrade der depressiven Episode – leicht, mittel und schwer – unterscheidet (Grafik 2). Für die Behandlung einer leichten depressiven Störung ohne Komorbidität, ohne nennenswerte Risikofaktoren und ohne familiäre Vorbelastungen durch affektive Störungen oder Warnsignale für einen Rückfall können über einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen zunächst aktive abwartende Maßnahmen eingesetzt werden. Hierzu gehören eine Unterstützung bei der Bewältigung von Alltagsaufgaben sowie eine Beratung oder eine Psychoedukation zur Symptomatik, zu Ursachen, dem Verlauf und den Behandlungsmöglichkeiten.

Behandlungsalgorithmus basierend auf den Empfehlungen der Leitlinie „Behandlung von depressiven Störungen bei Kindern und Jugendlichen“
Behandlungsalgorithmus basierend auf den Empfehlungen der Leitlinie „Behandlung von depressiven Störungen bei Kindern und Jugendlichen“
Grafik 2
Behandlungsalgorithmus basierend auf den Empfehlungen der Leitlinie „Behandlung von depressiven Störungen bei Kindern und Jugendlichen“

Eine zweiwöchige Kontrolle des Verlaufs sollte durchgeführt werden. Diese Empfehlung gilt auch für Kinder- und Jugendliche, die eine Behandlung ablehnen, und für Kinder und Jugendliche, bei denen eine vollständige, altersgerechte Alltagsbewältigung gegeben ist (Klinischer Konsenspunkt [KKP], Konsens).

In der Regel erfolgt die Behandlung depressiver Störungen bei Kindern und Jugendlichen ambulant. Voraussetzung hierfür ist, dass die Kinder über ein angemessenes psychosoziales Funktionsniveau (gemäß Achse VI des multiaxialen Klassifikationsschemas [MAS]) (9) verfügen (KKP, starker Konsens). Dies bedeutet zum Beispiel, dass sie die Kontakte zu ihrer Umwelt aufrechterhalten und die Alltagsaufgaben (zum Beispiel regelmäßiger Schulbesuch) bewältigen. Liegen jedoch nachfolgende Kriterien vor, sollte eine stationäre Behandlung durchgeführt werden:

  • akute Suizidalität, verbunden mit fehlender Absprachefähigkeit (das heißt, die Kinder und Jugendlichen können nicht versichern, sich bei suizidalen Gedanken Hilfe zu suchen)
  • die depressive Störung ist so schwer, dass beispielsweise die Schule nicht mehr besucht werden kann oder
  • Alltagsaufgaben, wie zum Beispiel regelmäßiges Essen und Trinken oder die Tagesstruktur einhalten (morgendliches Aufstehen, angemessene Zu-Bett-Geh-Zeit), werden nicht mehr bewältigt

Diese Kriterien sind zusammenfassend auf der Achse IV und Achse V des MAS dargestellt (9), (KKP, starker Konsens). Eine teilstationäre Behandlung ist unter Berücksichtigung des Schweregrades der Störung, der Ressourcen des familiären und sozialen Umfeldes sowie der regionalen Versorgungskapazitäten zu prüfen und gegebenenfalls zu empfehlen (KKP, starker Konsens).

Behandlungsempfehlungen

Zur Wirksamkeit einer Psychotherapie liegen überwiegend Daten zu Jugendlichen (> 12 Jahre) vor. Sehr wenige Studien untersuchten deutschsprachige Programme, darunter bis heute keine randomisierte kontrollierte Studie (RCT), nur sehr wenige Studien verglichen verschiedene psychotherapeutische Ansätze direkt miteinander. Am häufigsten wurde in RCTs die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) untersucht. Psychotherapeutische Interventionen insgesamt waren bei Kindern und Jugendlichen (6–18 Jahre) kurzfristig (durchschnittlich 12 Wochen) wirksamer als verschiedene inaktive und aktive Vergleichsbedingungen zur Reduktion von Depressivität. Dies zeigte sich bei allen Schweregraden der Depression mit einem tendenziell höheren Effekt bei mittelgradiger bis schwerer Form. In Follow-up-Zeiträumen von bis zu 24 Monaten waren die Ergebnisse zur Wirksamkeit inkonsistent. Hinsichtlich der Suizidalität konnten bei Jugendlichen keine Unterschiede zwischen den psychotherapeutischen Interventionen und Nicht- oder Kontrollbehandlung nachgewiesen werden, wobei sich tendenziell unter Psychotherapiebedingungen eine größere Reduktion von Suizidalität als unter Vergleichsbedingungen zeigte. Die bisher höchste Evidenz für die Behandlung liegt für die kognitive Verhaltenstherapie vor (10, 11) (die Effektstärken [ES] schwanken zwischen Cohens d = 0,5–2, abhängig von der Stichprobe, dem Behandlungskonzept, dem Alter, der Dauer der Intervention und dem Alter der Studie) und für die interpersonelle Psychotherapie (10). Letzt genannte Therapieform gehört allerdings in Deutschland nicht zu den Richtlinienverfahren (ES schwanken zwischen Cohens d = 0,5–0,6, abhängig von der Methode der Messung des Behandlungserfolgs).

Fluoxetin ist bisher das einzige in Deutschland zugelassen Medikament zur Behandlung depressiver Störungen bei Kindern und Jugendlichen ab dem 8. Lebensjahr (ES schwanken zwischen Cohens d = 0,3–5,6, abhängig von der Methode der Messung des Behandlungserfolgs) (e4). Als Therapie der ersten Wahl werden bei älteren Kindern und Jugendlichen mit depressiven Störungen bei verschiedenen Schweregraden und bei Erstmanifestation eine kognitiv-verhaltenstherapeutische oder eine interpersonelle Psychotherapie oder das Medikament Fluoxetin oder eine Kombination aus kognitiv-verhaltenstherapeutischer Psychotherapie und Fluoxetin empfohlen (12, 13), (starke Empfehlung, Empfehlungsgrad A). Einzelne Verbände (bvvp, bkj, DGSF, BDP, BApK und BAG KT [Abkürzungen im eKasten 2 erläutert]) der Konsensusgruppe empfehlen den Einsatz von Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) als zweite Wahl. Bei leichter bis mittelgradiger Depression sollte einer psychotherapeutischen Behandlung zunächst Vorrang gegeben werden (KKP).

Aufgrund von unerwünschten Arzneimittelwirkungen der SSRI (zu Beginn der Behandlung Kopfschmerzen, Erbrechen, Schlafstörung, Müdigkeit und Appetitminderung) und der Verstärkung von Suizidgedanken sollte eine Psychotherapie vorrangig eingesetzt werden (e4) (starke Empfehlung, Empfehlungsgrad A). Ferner wird empfohlen, bei einer Pharmakotherapie das Auftreten unerwünschter Arzneimittelwirkungen gut zu beobachten und die empfohlenen Kontrolluntersuchungen durchzuführen (KKP). Zur Dosierung wird empfohlen, mit 10 mg/Tag zu beginnen und gegebenenfalls nach einer Woche auf 20 mg/Tag zu erhöhen (4). Die Dosis anderer SSRIs soll zunächst die Hälfte der täglichen Dosis für Erwachsene betragen und kann über die nächsten zwei bis vier Wochen bis zu der empfohlenen Dosierung für Erwachsene erhöht werden. Bei jüngeren Kindern mit geringerem Körpergewicht können niedrigere Dosierungen erwogen werden, bei älteren mit höherem Körpergewicht oder wenn ein schnelles Ansprechen als vorrangig angesehen wird, eventuell höhere Dosierungen. Diese Vorschläge entsprechen etwa den Dosierungen, die in den RCTs untersucht wurden und in der Tabelle zusammengestellt sind.

Wenn bei älteren Kindern oder Jugendlichen mit depressiven Störungen eine kognitiv-verhaltenstherapeutische oder eine interpersonelle Psychotherapie nicht möglich oder nicht gewünscht ist, wird eine psychodynamische oder eine systemische Psychotherapie empfohlen (Empfehlungsgrad B; Evidenzgrad 3–4 für die psychodynamische Psychotherapie [e5e7], Evidenzgrad 3–4 für die systemische Psychotherapie [e7, e8]).

Wenn die Gabe des Medikaments Fluoxetin nicht möglich oder nicht gewünscht ist, sollten die Medikamente Escitalopram, Citalopram oder Sertralin empfohlen werden (Empfehlungsgrad B, Evidenzgrad 1 [e4, e9]).

Da für trizyklische Antidepressiva keine höhere Wirksamkeit als für ein Placebo gefunden wurde (Evidenzgrad 1–2 zu Amitriptylin, Clomipramin, Desipramin, Imipramin und Nortriptylin [e10e13], Evidenzgrad 2–3 zu Nefazodon [e13, e14]), wird die Behandlung mit diesen Medikamenten nicht empfohlen (starke Empfehlung, Empfehlungsgrad A). Auch Paroxetin, Venlafaxin und Mirtazapin sollten bei Kindern und Jugendlichen mit depressiven Störungen nicht eingesetzt werden, da für sie keine höhere Wirksamkeit als ein Placebo vorliegt, jedoch eine erhöhte Suizidalität, insbesondere bei Venlafaxin, beschrieben wurde (Evidenzgrad 1 [e4], starke Empfehlung, Empfehlungsgrad A). Moclobemid (ein Monoaminooxidasehemmer, MAOI) sollte bei Kindern und Jugendlichen mit depressiven Störungen ebenfalls nicht eingesetzt werden, da auch hierfür keine Evidenz vorliegt (Evidenzgrad 3 [e15], Empfehlung, Empfehlungsgrad B).

Die medikamentöse Behandlung sollte nach einer Erholungsphase (das heißt einer Zeit von mindestens zwei Monaten ohne klinisch relevante Symptome) für mindestens sechs weitere Monate fortgesetzt werden (Empfehlung, Empfehlungsgrad B), da eine Fortsetzung zum Beispiel der Behandlung mit Fluoxetin über 24–32 Wochen bei Kindern und Jugendlichen (7–18 Jahre) zur Prävention und Verzögerung von Rückfällen wirksamer gewesen ist als ein Placebo (Evidenzgrad 3 [e16, e17]). Auch bei einer Fortsetzungsbehandlung mit kognitiver VT über sechs Monate nach einer Akutbehandlung von zehn Wochen wurde ein geringeres kumulatives Rückfallrisiko festgestellt als in einer Kontrollgruppe (Evidenzgrad 4 [e18]).

Nach einer Erholungszeit von mindestens sechs Monaten kann bei Erstmanifestation einer depressiven Störung das Absetzen der Pharmakotherapie erwogen werden (KKP). Der Therapieerfolg sollte regelmäßig durch einen Kinder- und Jugendpsychiater überprüft werden (KKP).

Behandlungsansätze mit unzureichender Evidenz

Zu Behandlungsmethoden, die in der klinischen Praxis eingesetzt werden, gehören:

  • die Gesprächspsychotherapie
  • die künstlerischen Therapien (Kunst- und Musiktherapie)
  • Ergotherapie
  • Maßnahmen der Jugendhilfe
  • repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS)
  • Vagusnervstimulation
  • Schlafdeprivation/Wachtherapie
  • Massagen.

Für diese Methoden liegt allerdings bisher keine ausreichende Evidenz vor, da entweder Studien fehlen oder Studien methodisch unzureichend sind (zum Beispiel wegen fehlender Falldefinition nach Klassifikationsschema, fehlender standardisierter Einschluss- und der Methode der Messung des Behandlungserfolgs). Daher kann keine Empfehlung für oder gegen diese Ansätze ausgesprochen werden (starker Konsens).

Zur Wirksamkeit des Phytopharmakons Johanniskraut (Hypericum) wurden keine Ergebnisse aus RCTs oder anderen Studien mit einer Kontrollbedingung gefunden. Gegen den Einsatz von Johanniskraut (Nebenwirkungen: Unruhe, trockener Mund und Alpträume) und Agomelatin (Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, Schwindel, Migräne, Übelkeit, Diarrhö) sprechen mögliche unerwünschte Arzneimittelwirkungen.

Zur Elektrokonvulsionstherapie (EKT) wurden keine Studien gefunden, die die Wirksamkeit von EKT mit der Wirksamkeit einer anderen Intervention verglichen. Die Studien ohne Kontrollbedingung untersuchten Kinder und Jugendliche, die auf Pharmakotherapie nicht angesprochen hatten und häufig noch weitere Komplikationen oder Komorbiditäten aufwiesen. Daher kann EKT bei Kindern nicht empfohlen werden; bei Jugendlichen kann eine Anwendung bei Fällen mit sehr schweren Formen der Depression, bei denen die in dieser Leitlinie empfohlenen Ansätze keine Wirkung gezeigt haben, in Erwägung gezogen werden (Evidenzgrad 4–5 [zum Beispiel e19–e21] Empfehungsgrad 0).

Therapieerfolg

Zu Beginn der Behandlung sollten mit den Kindern und Jugendlichen und ihren Bezugspersonen Zielkriterien der Therapie festgelegt werden. Der Therapieerfolg sollte regelmäßig überprüft werden. Er kann frühestens nach vier Wochen durch die Patienten selbst (zum Beispiel mit Selbstbeurteilungsbögen wie dem Depressionstest für Kinder [DTK], e22), ihre Bezugspersonen (zum Beispiel durch Fremdbeurteilungsbögen FBB-DES [e23]) und die Behandelnden eingeschätzt werden (zum Beispiel im klinischen Interview Kinder-DIPS [e24]). Wenn sich nach 12 Wochen keine klinisch bedeutsame Verbesserung eingestellt hat beziehungsweise wenn bei einer Pharmakotherapie nach vier Wochen keine Response (bedeutsame Reduktion der depressiven Symptome für mindestens eine Woche) vorliegt, können die Behandlungsmodalitäten verändert werden (KKP, starker Konsens).

Kinder und Jugendliche mit depressiven Störungen, die nach einem ersten Behandlungsversuch keine Verbesserung zeigen, können eine bisher nicht verwendete Form der Psychotherapie oder ein bisher nicht verwendetes Medikament (Fluoxetin, Escitalopram, Citalopram oder Sertralin) oder eine bisher nicht eingesetzte Kombination aus kognitiv-verhaltenstherapeutischer Psychotherapie und einem der genannten Medikamente erhalten. Auch ein Wechsel von ambulanter zu teilstationärer oder stationärer Behandlung gemäß den Empfehlungen dieser Leitlinie kann erwogen werden (Evidenzgrad 5, offene Empfehlung, starker Konsens). Bei älteren Jugendlichen mit einer rezidivierenden depressiven Störung sollte die nationale Versorgungsleitlinie für Erwachsene mit unipolarer Depression (e3) angewendet werden (KKP).

Wenn sich Kinder oder Jugendliche mit einer depressiven Störung in einer sogenannten Erholungsphase befinden (das heißt in einer Zeit von mindestens zwei Monaten ohne klinisch relevante Symptome), sollten ihre Behandelnden ihnen für mindestens 12 Monate regelmäßige Wiedervorstellungen anbieten (offene Empfehlung, starker Konsens). Wenn die Kinder oder Jugendlichen bereits zwei oder mehr Episoden einer depressiven Störung erlebt haben und sich in Erholung befinden, oder wenn aufgrund von fortbestehenden Belastungsfaktoren ein erhöhtes Risiko für ein Rezidiv besteht, sollten ihre Behandelnden ihnen für mindestens 24 Monate regelmäßige Wiedervorstellungen anbieten (Evidenzgrad 5, Expertenmeinung).

Rückfallprophylaxe

Die Fortsetzung der Behandlung dient dazu, Rückfälle und Rezidive zu verhindern oder hinauszuzögern. Ein RCT zur Wirksamkeit einer Kombinationsbehandlung zur Prävention von Rückfällen bei Jugendlichen zeigte, dass mit einer kognitiven VT über 36 Wochen das Rückfallrisiko signifikant niedriger war als bei einer Fortsetzung der Fluoxetinbehandlung ohne kognitive VT (Evidenzgrad 3, ein RCT mit methodischen Schwächen [e25]). Diese Evidenz erscheint noch unzureichend. Daher wird im folgenden klinischen Konsenspunkt die „gute klinische Praxis“ beschrieben: Die Behandelnden sollen

  • mit Kindern und Jugendlichen mit depressiven Störungen und ihren Bezugspersonen Lösungsstrategien entwickeln, um Rückfälle und Rezidive zu verhindern (KKP, starker Konsens)
  • über das Rückfall- und Rezidivrisiko aufklären und vermitteln, welche Krankheitsmerkmale und frühe Warnzeichen erkennbar sein können
  • mit den Betroffenen Strategien entwickeln, wie sie sich bei Auftreten dieser Merkmale verhalten können.

Dies sollte den Ärztinnen und Ärzten der Primärversorgung (Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin, Fachärzte für Allgemeinmedizin), die aufgrund der niederschwelligen Erreichbarkeit die Kinder und Jugendlichen häufiger in der Remissions- oder Erholungsphase sehen, zur Kenntnis gebracht werden, sofern die Patienten dem zugestimmt haben. Ziel ist, dass die Kinder und Jugendlichen im Sinne der vereinbarten Strategien unterstützt werden (KKP).

Forschungsbedarf

In vielen Bereichen fehlen noch aussagekräftige Studien, um die verschiedenen Behandlungsansätze bei depressiven Störungen im Kindes- und Jugendalter beurteilen und miteinander vergleichen zu können, insbesondere im Kindesalter. Eklatant ist der Mangel an Studien im deutschen Gesundheitsversorgungssystem. Insbesondere Studien zur teilstationären und stationären Behandlung und Studien mit einem längeren Katamneseintervall als 12 Wochen fehlen. Alle Empfehlungen dieser Leitlinie beruhen auf dem gegenwärtigen Wissensstand und müssen gegebenenfalls bei einer Aktualisierung der Leitlinie in fünf Jahren grundlegend überarbeitet werden.

Danksagung

Die Erstellung der Leitlinie wurde von der gemeinnützigen Erich-Benjamin-Stiftung und durch die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) finanziell unterstützt.

Die Autoren danken allen Kolleginnen und Kollegen sowie den Organisationen, die an der Leitlinienentwicklung beteiligt waren.

Der Dank der Autoren geht außerdem an Katharina Galuschka, Lydia Unterberger, Chiara H. Schlenz, Carolina Silberbauer und Rita Rupprecht für die Mitarbeit bei der Literaturrecherche und der Textfassung sowie die Unterstützung bei administrativen Aufgaben im Rahmen der Leitlinienerstellung.

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 10. 6. 2013, revidierte Fassung angenommen: 25. 7. 2013

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Gerd Schulte-Körne
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie,
Psychosomatik und Psychotherapie
Klinikum der Universität München
Nußbaumstraße 5a
80336 München
Gerd.Schulte-Koerne@med.uni-muenchen.de

Zitierweise
Dolle K, Schulte-Körne G: Clinical practice guideline: The treatment of depressive disorders in children and adolescents. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(50): 854–60. DOI: 10.3238/arztebl.2013.0854

@Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit5013

eTabelle und eKästen:
www.aerzteblatt.de/13m0854

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Klinikum der Universität München: Dipl.-Psych. Dolle, Prof. Dr. med. Schulte-Körne
Ergebnis der systematischen Literatursuche und -bewertung
Ergebnis der systematischen Literatursuche und -bewertung
Grafik 1
Ergebnis der systematischen Literatursuche und -bewertung
Behandlungsalgorithmus basierend auf den Empfehlungen der Leitlinie „Behandlung von depressiven Störungen bei Kindern und Jugendlichen“
Behandlungsalgorithmus basierend auf den Empfehlungen der Leitlinie „Behandlung von depressiven Störungen bei Kindern und Jugendlichen“
Grafik 2
Behandlungsalgorithmus basierend auf den Empfehlungen der Leitlinie „Behandlung von depressiven Störungen bei Kindern und Jugendlichen“
Methode der systematischen Literatursuche
Methode der systematischen Literatursuche
Kasten
Methode der systematischen Literatursuche
Dosierungen der empfohlenen Medikamente in randomisierten kontrollierten Studien
Dosierungen der empfohlenen Medikamente in randomisierten kontrollierten Studien
Tabelle
Dosierungen der empfohlenen Medikamente in randomisierten kontrollierten Studien
Evidenzgrade des Oxford Centre for Evidence-Based Medicine (7) für den Bereich Behandlung und zugeordnete Empfehlungsgrade
Evidenzgrade des Oxford Centre for Evidence-Based Medicine (7) für den Bereich Behandlung und zugeordnete Empfehlungsgrade
eTabelle
Evidenzgrade des Oxford Centre for Evidence-Based Medicine (7) für den Bereich Behandlung und zugeordnete Empfehlungsgrade
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  • Starke Empathie unerlässlich
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    Beutner, Franz-Ulrich
  • Meist ein schlechter Solist
    Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 330; DOI: 10.3238/arztebl.2014.0330b
    Frick, Rainer
  • Schlusswort
    Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 330; DOI: 10.3238/arztebl.2014.0330c
    Schulte-Körne, Gerd; Krick, Kathrin

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