ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2013Diabetespatienten: Negative Verstärkung durch Burn-out

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Diabetespatienten: Negative Verstärkung durch Burn-out

PP 12, Ausgabe Dezember 2013, Seite 532

Hillienhof, Arne

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Auf den Zusammenhang von Zuckerkrankheit und Burn-out-Syndrom hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hingewiesen. Diabetespatienten sind danach besonders gefährdet, ein Burn-out zu entwickeln. Das Erschöpfungssyndrom könne wiederum die Stoffwechselerkrankung negativ verstärken und zur Entgleisung der Blutzuckerwerte führen.

Die Blutzuckerwerte können entgleisen bei Verhaltensänderungen aufgrund von Burn-out. Foto: dpa
Die Blutzuckerwerte können entgleisen bei Verhaltensänderungen aufgrund von Burn-out. Foto: dpa

„Diabetes ist eine chronische Erkrankung, für die man jeden Tag etwas tun muss“, erläutert Bernhard Kulzer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Psychologie bei der DDG. Das bedeute zusätzlichen Stress, der in eine Überforderungssituation führen könne. Symptome eines Burn-outs zeigten sich auf der Gefühls- und der Verhaltensebene. So sei Aufmerksamkeit angebracht, wenn sich die Einstellung zur Erkrankung ins Negative wandelt. „Der Diabetes läuft nicht mehr nebenbei, er wird zur Last, kostet mehr Energie als zuvor“, beschreibt Kulzer erste Anzeichen. Auch auf der kognitiven Ebene dominiere Abwehr. „Man denkt über das Diabetesmanagement in zunehmend negativen Kategorien“, erläutert der Psychologe.

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Verhaltensänderungen kommen laut der DGG hinzu: Die Patienten essen mehr, treiben weniger Sport, rauchen stärker. „Bis die Betroffenen das Insulin nicht mehr nach dem gewohnten Schema spritzen, sondern in unregelmäßigen Abständen“, so Kulzer. Spätestens jetzt werde es für die Gesundheit gefährlich, weil die Blutzuckerwerte steigen und entgleisen könnten. Bei Anzeichen von Überforderung sollten die Patienten daher ihren Arzt aufsuchen und eine Beratung in Anspruch nehmen. Bereits eine zehnstündige Kurztherapie könne erfolgreich Stress reduzieren und die Lebensqualität verbessern. Die Wirksamkeit dieser Kurzintervention belegten laufende Studien. hil

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