ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2013Vergütung Psychotherapie: Negative Auswirkungen der Regionalisierung

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Vergütung Psychotherapie: Negative Auswirkungen der Regionalisierung

PP 12, Ausgabe Dezember 2013, Seite 533

Bühring, Petra

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Die Psychotherapeuten seien die Verlierer der Honorarverhandlungen zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und den Landesverbänden der Krankenkassen, kritisiert die Deutsche Psychotherapeuten-Vereinigung (DPTV). „Während die Ärzte ein klares Umsatzplus verzeichnen, verlieren die Psychotherapeuten deutlich“, so Gebhard Hentschel, stellvertretender Bundesvorsitzender der DPTV.

Grund für die Annahme, dass die Honorare weiter sinken, ist die Regionalisierung der Honorarverteilung, die mit dem Versorgungsstrukturgesetz 2012 beschlossen wurde. Während die vorab genehmigten Leistungen der Richtlinien-Psychotherapie unabhängig von der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung direkt von den Krankenkassen bezahlt werden, erhalten Psychotherapeuten in den meisten KVen im dritten beziehungsweise vierten Quartal eine Honorarbegrenzung für Psychodiagnostik und Krisengespräche. So will die KV Baden-Württemberg beispielsweise den Orientierungswert für diese Leistungen wenn nötig um maximal 20 Prozent absenken, in Berlin kann es zu einer Absenkung von 55 Prozent kommen, sollten die bereitgestellten Mittel nicht ausreichen. Die Quotierungen sind von KV zu KV unterschiedlich.

Statt die Leistungen der Psychodiagnostik zu fördern und Wartezeiten auf einen Therapieplatz abzubauen, würden die Psychotherapeuten bestraft, die dies anbieten, kritisiert Hentschel. „Die Selbstverwaltung ist nicht in der Lage, die Vergütung psychotherapeutischer Leistungen vernünftig zu regeln, der Gesetzgeber muss endlich handeln“, fordert er. pb

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