ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/201323. Deutscher Psychotherapeutentag: „Viele unserer Themen haben Gehör gefunden“

POLITIK

23. Deutscher Psychotherapeutentag: „Viele unserer Themen haben Gehör gefunden“

PP 12, Ausgabe Dezember 2013, Seite 535

Bühring, Petra

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Nicht weniger als die Sicherung der Zukunft der psychotherapeutischen Versorgung, die Entwicklung eines künftigen Berufsbildes und die Änderung der (Muster-)Berufsordnung aufgrund des neuen Patientenrechtegesetzes bestimmten die Diskussionen in Kiel.

Fotos: BPtK
Fotos: BPtK

Kindheitserinnerungen kamen bei den meisten Delegierten auf, als sie die kleinen Würfel mit Ahoi-Brausepulver auf ihren Tischen entdeckten. Ahoi, das passte nach Kiel, der an der Ostsee gelegenen nördlichsten Landeshauptstadt und Sitz der gastgebenden Psychotherapeutenkammer Schleswig-Holstein. Der Blick auf Wasser und Schiffe vom Tagungsraum aus entschädigte die Delegierten des 23. Deutschen Psychotherapeutentages (DPT) für die lange Anreise.

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„Ahoi – das soll auch ein Weckruf sein, tätig zu werden, für eine bessere Versorgung psychisch Kranker zu kämpfen“, sagte Juliane Dürkop, die Präsidentin der Landeskammer. In der kleinen Großstadt Kiel warten Versicherte etwa 14 Wochen auf ein Erstgespräch beim Psychotherapeuten; in manchen Landkreisen auch ein halbes Jahr. Dürkop erwartet von den künftig regierenden Koalitionsparteien, dafür zu sorgen, dass sich die langen Wartezeiten verringern. Zudem sollten nach ihrer Ansicht die Weichen für eine Verbesserung der „unzumutbaren Ausbildungsbedingungen“ zum Psychotherapeuten in der kommenden Legislaturperiode gestellt werden.

Dramatische Unterversorgung psychisch kranker Menschen

Auch Prof. Dr. Rainer Richter, Präsident der Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK), wird nicht müde, die „dramatische Unterversorgung“ psychisch kranker Menschen anzumahnen. Er wies im Bericht des Vorstands auf die DEGS-Studie zur Gesundheit der Erwachsenen in Deutschland vom Robert-Koch-Institut hin, die festgestellt hat, dass knapp 27 Prozent der Erwachsenen im Zwölfmonatszeitraum eine klinisch bedeutsame psychische Störung haben. „Mehr als drei Viertel dieser Menschen werden nicht adäquat behandelt – und das ist ein gesellschaftliches Problem“, sagte Richter. „Wir fordern deshalb weiterhin eine prospektive sektorenübergreifende Bedarfsplanung, auch wenn das eventuell negative Folgen für unsere Profession hat.“ Dringend notwendig sei auch mehr muttersprachliche Psychotherapie für psychisch kranke Migranten und traumatisierte Flüchtlinge.

Gemeinsam für eine bessere Versorgung psychisch Kranker: Juliane Dürkop, Präsidentin der Psychotherapeutenkammer Schleswig-Holstein, und Rainer Richter, Präsident der Bundes­psycho­therapeuten­kammer
Gemeinsam für eine bessere Versorgung psychisch Kranker: Juliane Dürkop, Präsidentin der Psycho­therapeuten­kammer Schleswig-Holstein, und Rainer Richter, Präsident der Bundes­psycho­therapeuten­kammer

„Viele unserer Forderungen haben Gehör gefunden“, berichtete der Präsident weiter. Themen in den gegenwärtigen Koalitionsverhandlungen seien unter anderem die Verringerung der Wartezeiten, die Reform des Gutachterverfahrens, die Förderung der Gruppentherapie, die Überprüfung der Psychotherapie-Richtlinie sowie die mögliche Aufhebung der Befugnisbeschränkungen für Psychotherapeuten. Diskutiert werde dabei auch die Förderung von Kurzzeittherapie (KZT). „Mehr Kurzzeittherapie bedeutet jedoch nicht weniger lange Wartezeiten“, stellte Richter klar und ergänzte mit einem Seitenhieb auf die aktuellen Aktivitäten des GKV-Spitzenverbandes zur psychotherapeutischen Versorgung: „Die Kassen sollten offen sagen, dass sie Psychotherapie rationieren wollen und dies nicht unter dem Deckmantel der KZT zu verstecken versuchen.“ Zufrieden zeigte sich Richter indes mit der intendierten Förderung der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung in den Koalitionsverhandlungen, die um die Versorgung von schwer psychisch kranken Menschen erweitert werden soll (siehe auch „Die Klinik als teurer Ersatz“, PP 11/2013).

Grundsätzlich hält der BPtK-Präsident die psychotherapeutische Versorgung, so wie sie zurzeit aufgrund der Psychotherapie-Richtlinie des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) und der Vergütungsstruktur möglich ist, für reformbedürftig. „Der Zugang zur Erstdiagnostik muss vereinfacht werden.“ Dazu müssten die Strukturen der klassischen Einzel- oder Gemeinschaftspraxis zugunsten von offenen Sprechstunden verändert werden. „Für die Probatorik sollten mehr Termine angeboten werden, doch dafür setzt die Vergütung dieser Sitzungen alles andere als Anreize“, kritisierte Richter. Angeboten werden müsste definitiv mehr Gruppentherapie. „Nicht begründbare“ Regelungen, wie das Verbot, in psychodynamischen Verfahren Einzel- und Gruppentherapie zu kombinieren, müssten abgeschafft werden. Weiter sollten Therapeuten auch aufsuchende Behandlung anbieten, beziehungsweise sollte diese hinreichend finanziert werden.

Resolution zur Sicherung der Zukunft der Versorgung

Richter sprach sich weiter für eine Differenzierung des Leistungskataloges aus: Bibliotherapie, Selbsthilfegruppen, Online-Therapie oder Psychoedukation in Gruppen böten hilfreiche Ansätze bei noch nicht behandlungsbedürftigen psychischen Störungen. „Wie dies in die Praxis zu integrieren ist, darüber sollten wir uns Gedanken machen“, appellierte er an die Delegierten.

„Psychotherapeuten möchten wissen, wie sie das Patientenrechtegesetz am besten umsetzen“ – Andrea Mrazek, Präsidentin der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer.
„Psychotherapeuten möchten wissen, wie sie das Patienten­rechte­gesetz am besten umsetzen“ – Andrea Mrazek, Präsidentin der Ostdeutschen Psycho­therapeuten­kammer.

Der Vorstand der Bundes­psycho­therapeuten­kammer legte im Anschluss an den Bericht von Richter eine umfangreiche Resolution vor, um „die Zukunft der psychotherapeutischen Versorgung zu sichern“. Darin wird gefordert:

  • die längst überfällige Reform der psychotherapeutischen Ausbildung umzusetzen, weil der uneinheitlich geregelte Zugang zur Ausbildung auf Bachelor- und Masterniveau mittelfristig die Qualität der Versorgung gefährdet. Nicht akzeptabel ist die unzureichende oder fehlende Vergütung von angehenden Psychotherapeuten während der praktischen Ausbildung.
  • eine angemessene Vergütung von Psychotherapeuten herzustellen. Insbesondere sollte der Gesetzgeber in § 87 SGB V vorgeben, dass Psychotherapeuten bei gleichem Arbeitseinsatz nicht schlechter verdienen als somatisch tätige Ärzte.
  • die Rahmenbedingungen psychotherapeutischer Tätigkeit adäquat gestalten.

Dazu sollten die Befugniseinschränkungen in § 73 Absatz 2 Satz 2 SGB V aufgehoben und es Psychotherapeuten ermöglicht werden, Arbeits­unfähigkeits­bescheinigungen auszustellen, ins Krankenhaus einzuweisen, Rehabilitationsbehandlungen zu verordnen, an Fachärzte zu überweisen und Heilmittel zu verordnen.

Die gesetzlichen Vorgaben (§ 101 Absatz 1 und § 95 Absatz 1 SGB V) sollten so gestaltet werden, dass die niedergelassene Tätigkeit im Jobsharing, bei der Anstellung von Therapeuten und bei der Bestellung von Praxisvertretern flexibel ausgeübt werden kann.

Reform der Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung

In Medizinischen Versorgungszentren (§ 95 Absatz 1 SGB V), Krankenhäusern (§ 107 Absatz 1 SGB V) und Krankenhausabteilungen (§ 118 Absatz 2 SGB V) sollte eine psychotherapeutische Leitung möglich sein.

Psychotherapeuten sollte der absolute Schutz nach § 160 a Absatz 1 Strafprozessordnung bei Ermittlungsmaßnahmen wie Telekommunikationsüberwachung gewährleistet werden.

Die Delegierten des 23. DPT verabschiedeten die Resolution mit großer Mehrheit. Es gab einzig einen Änderungsantrag von Jürgen Doebert, Martin Klett, Friedrich Gocht und Dieter Best, der darauf abzielte, einer möglichen Verschlechterung der Einflussmöglichkeiten der Psychotherapeuten bei einer Organisationsreform der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) vorzubeugen. Der Koalitionsvertrag der künftigen Bundesregierung sieht nämlich vor, deren Struktur zu verändern: Die Ver­tre­ter­ver­samm­lungen von KBV und KVen sollen demnächst zu gleichen Teilen aus Hausärzten und Fachärzten gebildet werden, die jeweils eigenständig über ihre Belange entscheiden sollen. „Die KBV sollte die gemeinsame Sicherstellungsverantwortung bewahren. Sie ist die Interessenvertretung von Hausärzten, Fachärzten und Psychotherapeuten“, begründete Doebert den Antrag, der von den Delegierten auch mehrheitlich angenommen wurde.

Die Reform der Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung wird die Delegierten noch viele Psychotherapeutentage beschäftigen. Vorgestellt wurde diesmal der Entwurf eines Berufsbildes, erarbeitet vom BPtK-Vorstand und der AG des Länderrates. Die Diskussion um das künftige Berufsbild geht von folgenden Eckpunkten aus, die sich auf Beschlüsse des DPT beziehen:

  • Die Berufe des Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten und des Erwachsenentherapeuten sollen künftig zu einem Beruf des Psychotherapeuten zusammengeführt werden. Demnach gibt es nur ein Berufsbild.
  • Den hohen fachlichen Standard als akademischer Heilberuf sichert eine Staatsprüfung mit anschließender Approbation, ein Studium an einer wissenschaftlichen Hochschule auf Masterniveau (EQR-Level 7) und eine bundeseinheitliche Weiterbildung gemäß „Facharztstatus“.
  • Der Verfahrensbezug stellt weiterhin ein wichtiges Merkmal der Aus- und Weiterbildung dar, das auch die Berufsrollen prägen kann. Das Berufsbild gilt für alle Verfahren einheitlich.

Diskussion um ein künftiges Berufsbild

Das bisher erarbeitete umfangreiche Berufsbild darzustellen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Den Delegierten waren indes einige grundsätzliche Punkte wichtig. „Die Profession positioniert sich ganz unterschiedlich, deshalb müssen alle Gruppen an der Diskussion um das Berufsbild beteiligt werden“, forderte beispielsweise Michael Krenz, Präsident der Psychotherapeutenkammer Berlin. „Jedes System hat die Tendenz, sich selbst zu erhalten“, merkte die Delegierte Heike Winter aus Hessen an. Sie beobachtet „Verharrungstendenzen, aus denen man herauskommen muss, um in einen konstruktiven Prozess einzusteigen“. Wichtig ist ihr, die „Haltung des Therapeuten“ im Berufsbild deutlich zu machen. Wolfgang Groeger, NRW, war der Ansicht, dass die Profession noch nicht soweit sei, eine Entscheidung für diesen oder jenen Punkt zu treffen. „Wir müssen uns erst einmal inhaltlich klarmachen, wohin die Reise führt.“ Dazu brauche es mehr Diskussion. Manfred Thielen, Berlin, war es wichtig, darauf hinzuweisen, dass auch die humanistischen Verfahren in einem künftigen Berufsbild ihren Platz haben müssen.

Bruno Waldvogel, Bayern, forderte die Möglichkeit, einzelne persönliche Aufzeichnungen aus der Patientenakte von der Einsichtnahme des Patienten auszunehmen.
Bruno Waldvogel, Bayern, forderte die Möglichkeit, einzelne persönliche Auf­zeichnungen aus der Patienten­akte von der Einsicht­nahme des Patienten auszunehmen.

Das im Februar in Kraft getretene Patientenrechtegesetz* macht es notwendig, Änderungen in der (Muster-)Berufsordnung (MBO) vorzunehmen. Die Präsidentin der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer, Andrea Mrazek, die sich für den Vorstand mit den „berufsexternen Vorgaben“ des Patientenrechtegesetzes beschäftigt, verdeutlichte, dass es im Grundsatz darum gehe, Patienten unter Wahrung ihrer Autonomie gut zu behandeln. „Wir Psychotherapeuten achten, fördern und stärken die Autonomie unserer Patienten per se“, betonte sie. Psychisch kranken Patienten dürften grundsätzlich nicht weniger Rechte eingeräumt werden als somatisch erkrankten. Mrazek forderte, sich deshalb weiter für die Entstigmatisierung einzusetzen. „Das Vorurteil, psychisch Kranke seien gefährlich und wüssten nicht, was sie tun, ist immer noch in den Köpfen“, sagte sie, „da sind wir noch nicht so weit, wie man sich das wünscht.“

Änderungen in der (Muster-)Berufsordnung

Gleichzeitig brauchten auch Psychotherapeuten „einen sicheren rechtlichen Rahmen“, so Mrazek weiter: „Ich möchte als Psychotherapeutin wissen, wie ich das Gesetz am besten umsetze.“ Änderungen in der MBO helfen dabei und sind erforderlich. Die Änderungen betreffen die Aufklärungspflicht von Psychotherapeuten unter anderem über Art, Umfang, Durchführung, Folgen und Risiken, Eignung und Erfolgsaussichten einer Therapie, denn der Patient muss in die Behandlung einwilligen (§ 7 MBO). Neu gefasst werden muss auch
§ 9 MBO, der Psychotherapeuten dazu verpflichtet, eine Patientenakte/Dokumentation zu führen und zehn Jahre nach Behandlungsabschluss aufzubewahren. § 11 Absatz 1 MBO soll besagen, dass den Patienten diese Patientenakte nach Abschluss der Behandlung auf ihr Verlangen hin zu überlassen ist. Weiterhin muss § 12 dahingehend geändert werden, dass Therapeuten schweigepflichtig sowohl gegenüber den Patienten als auch gegenüber den am therapeutischen Prozess teilnehmenden Bezugspersonen hinsichtlich anvertrauter Mitteilungen sind. Schließlich muss noch § 14 MBO geändert werden, der besagt, dass der Therapeut den Patienten über die voraussichtlichen Behandlungskosten informieren muss, wenn er weiß, dass diese nicht durch einen Kostenträger übernommen werden. Alle entsprechenden Änderungsanträge wurden von den Delegierten ohne Diskussion mehrheitlich angenommen.

Großen Diskussionsbedarf gab es hingegen bei einem Änderungsantrag zu § 11 Absatz 2 MBO den Dr. Bruno Waldvogel, Bayern, und zehn weitere Delegierte vorlegten. In dem Paragrafen heißt es, dass Psychotherapeuten die Einsicht in die Patientenakte/Dokumentation ganz oder teilweise nur verweigern können, wenn erhebliche therapeutische Gründe oder erhebliche Rechte Dritter dem entgegenstehen. Hinzufügen wollen die Delegierten: „Nimmt der Psychotherapeut im Einzelfall einzelne Aufzeichnungen von der Einsichtnahme aus, weil diese Einblick in seine Persönlichkeit geben und deren Offenbarung sein Persönlichkeitsrecht berührt, stellt dies keinen Verstoß gegen die Berufsordnung dar . . .“

„Manche Dinge sind so privat, dass man sie nicht bekanntgeben sollte. In der Berufsordnung sollte etwas verankert werden, das uns schützt“, forderte Susanne Waltz-Pawlita, Hessen. Einen Schutz forderte auch Dr. Nikolaus Melcop, Präsident der Psychotherapeutenkammer Bayern, denn: „Die Patienten könnten ihre Patientenakte mit unseren Aufzeichnungen ja auch ins Internet stellen.“ „Es geht darum, für uns an einer kleinen Stelle einen Freiraum zu eröffnen“, betonte Jürgen Doebert, Baden-Württemberg. Der Justiziar der BPtK, Prof. Dr. Martin Stellpflug, verdeutlichte, dass der gewünschte zusätzliche Passus in § 11 Absatz 2 MBO keine rechtliche Verbindlichkeit habe. Diese hätten nur die Satzungen der Landeskammern. „Es kann eher darum gehen, deutlich zu machen, dass die Profession dies anders sieht als im Patientenrechtegesetz vorgegeben“, so Stellpflug.

Mehr Diskussion wäre nötig gewesen, die Zeit reichte jedoch dafür nicht aus. Die Delegierten entschieden daher, den Änderungsantrag zurück an den Vorstand zu überweisen. Beim 24. Deutschen Psychotherapeutentag am 17. Mai nächsten Jahres in Berlin wird das Thema vermutlich erneut auf die Tagesordnung gesetzt.

Petra Bühring

* Zum Patientenrechtegesetz hat die Bundes­psycho­therapeuten­kammer eine ausführliche Information für Psychotherapeuten zum Download zusammengestellt: http://www.bptk.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/BPtK_Infomateri al/Patientenrechtegesetz/20130923_bptk-Info material_Patientenrechtegesetz.pdf

Bier statt Therapie

Manchmal sei es sinnvoll, nicht direkt in Konfrontation zu gehen, sondern das Gespräch zu suchen, weiß Bundes­psycho­therapeuten­kammerpräsident, Rainer Richter. Anlass für Kritik – die auch von vielen Seiten kam – hatte der unparteiische Vorsitzende des G-BA, Josef Hecken, geboten, als er in einer Sitzung des GKV-Spitzenverbandes gesagt hatte, man benötige nicht für jeden Bürger einen Psychotherapeuten, eine Flasche Bier tue es manchmal auch. Der Satz befindet sich in einem Protokoll der Sitzung, das es bis zu einem Redakteur des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ schaffte. Hecken dementierte die Äußerung nicht, bezeichnete sie aber als „unglücklich, weil missverständlich“ (Spiegel Online vom 5. November).

Der flapsige Satz des G-BA-Vorsitzenden verniedlicht nicht nur die Suchterkrankungen, sondern beinhaltet alle möglichem Vorurteile zur Psychotherapie. „Herr Hecken hatte offensichtlich Beratungsbedarf, und wir haben jetzt eine Gesprächsgrundlage in günstiger Atmosphäre“, berichtete Richter den Delegierten des Deutschen Psychotherapeutentages.

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