ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2013Sozialpsychiatrie: Das Beispiel Dresden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Seit Jahren wird die Aktivität von E. Lange (1921–2009) im Hinblick auf die Gestaltung einer modernen Psychiatrie in der DDR konsequent verschwiegen. Aus Verschweigen resultiert letztlich auch eine Verfälschung von Geschichte. Lange war wesentlich beteiligt an der Formulierung der Rodewischer Thesen (1963). Nachdem er ab 1. Juli 1963 als Professor mit vollem Lehrauftrag an der Medizinischen Akademie „Carl Gustav Carus“ Dresden (heute Medizinische Fakultät der TU Dresden) auch die Leitung der Klinik übernommen hatte, wurde 1964 (!) begonnen, die psychiatrische Klinik grundsätzlich offen zu führen (open-door-system), nachdem er vorher bereits dieses System als Direktor der vormaligen Krankenanstalten Pfafferode/Thüringen (später Bezirkskrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie Mühlhausen) mit Erfolg etabliert hatte. Nachdem international renommierte Psychiater die Dresdner Klinik besucht hatten, ist Lange 1971 als ordentliches Mitglied in den Vorstand des Weltverbandes für Psychiatrie, dann auch in den Weltverband für Sozialpsychiatrie gewählt worden, internationale Gremien, auf die die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) keinen Einfluss hatte. Sukzessive folgten in Dresden die Einrichtung einer Institutsambulanz, Organisation der Außenfürsorge, Einrichtung einer Ambulanz für Suizidgefährdete, tagesklinische Behandlung und anderes mehr.

Literatur beim Verfasser

Dr. med. Mahnolf Roßner, 59555 Lippstadt

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema