ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2013Kognitive Verhaltenstherapie: Viel hilft viel bei Angststörungen

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Kognitive Verhaltenstherapie: Viel hilft viel bei Angststörungen

PP 12, Ausgabe Dezember 2013, Seite 560

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Kognitive Verhaltenstherapie hilft nachweislich bei Angststörungen. Aber wie viel ist davon nötig, um eine signifikante und nachhaltige Wirkung zu erzielen? Dieser Frage sind US-amerikanische Psychologen um Daniel Glenn von der University of California nachgegangen. Sie behandelten 439 Patienten, die unter Angststörungen und PTBS litten, mit kognitiver Verhaltenstherapie; davon erhielten 273 Patienten auf eigenen Wunsch zusätzlich Psychopharmaka. Die Psychotherapie wurde computergestützt durchgeführt, wobei Therapeut und Patient gemeinsam am Computer saßen. Feste Bestandteile des Behandlungsprogramms waren unter anderem Exposure, kognitive Restrukturierung, Selbstmonitoring, Angsthierarchie, Atemtechniken und Rückfallprävention.

Der Computer registrierte die Therapiefortschritte. Darüber hinaus schätzten die Therapeuten ein, wie zuverlässig die Patienten ihre therapeutischen Hausaufgaben erledigten und wie involviert sie in die Therapie waren.

„Die größten Therapieerfolge zeigten sich bei Patienten, die intensiv behandelt wurden und die sich in der Therapie stark engagierten“, berichten die Autoren. Die Kombination aus einer hohen Therapiedosis und hoher Eigeninitiative wirkte sich sogar noch sechs, zwölf und 18 Monate nach der Behandlung positiv aus. Weitere erfreuliche Effekte waren hohe Therapietreue und Patientenzufriedenheit. Die Autoren empfehlen daher, die Patienten von Anfang an intensiv zu behandeln und bei Bedarf die Dosis noch zu steigern, weil dann die Lerneffekte am größten sind. Außerdem ist es therapeutisch sinnvoll, die Eigeninitiative der Patienten ab Therapiebeginn anzuregen und auf einem hohen Level zu halten, zum Beispiel mit motivationaler Gesprächsführung. ms

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Glenn D, Rose R, Stein M, Bystritksy A, Craske M, Golinelli D, Roy-Byrne P, Sullivan G, Sherbourne C: Who gets the most out of cognitive behavioral therapy for anxiety disorders? Journal of Consulting und Clinical Psychology 2013; 81(4): 639–49. MEDLINE

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