ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2013Krebspatienten: Empfehlungen für den Alltag

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Krebspatienten: Empfehlungen für den Alltag

PP 12, Ausgabe Dezember 2013, Seite 570

Koch, Joachim

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Dieses Buch ist das Ergebnis von Gesprächen, die der Autor und Krebsforscher Martin Bleif mit seiner Frau Imogen geführt hat; bei ihr wurde ein bösartiger Brustkrebs im Jahr 2008 diagnostiziert. Bis zum Tod von Imogen Bleif im Jahr 2010 haben die Fragen seiner Frau den Autor veranlasst, in zwölf Kapiteln umfassend zum Thema Krebs zu informieren. Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in den Industrieländern. Während fast jeder dritte Mitteleuropäer im Laufe seines Lebens an Krebs erkrankt, sind die meisten Krebserkrankungen heilbar.

In den ersten Kapiteln geht es um die Geschichte der krebsmedizinischen Forschung. Der Autor erklärt ausführlich, was Krebs ist, wie er entsteht und was in den Krebszellen abläuft. Er erläutert, wie sich der Körper gegen Krebs zur Wehr setzt und welche Rolle das Immunsystem dabei spielt. Er beschreibt, wie der Krebs in Erscheinung tritt und wie er entdeckt wird. Der Autor diskutiert den Nutzen von Screening und Krebsvorsorge und stellt fest, dass der Gebärmutterhalskrebs zu den wenigen Tumorarten gehört, bei denen eine sinnvolle und wirksame Vorsorge möglich ist. Die drei Säulen der konventionellen Krebstherapie (Chirurgie, Strahlentherapie, Chemotherapie), die bescheidene Rolle medikamentöser Tumortherapie, alternative Krebstherapien und Spontanheilungen, bei denen wohl das Immunsystem eine bedeutende Rolle spielt, werden erläutert. Im letzten Kapitel geht es um die Frage, wie man mit dem Krebs leben beziehungsweise wie der Abschied und das Sterben gestaltet werden können.

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Besonders spannend ist das Kapitel, in dem es um die Frage geht, ob man das Krebsrisiko beeinflussen kann. Der Autor diskutiert die Einflüsse regelmäßiger Bewegung, des Rauchens, des Übergewichts und des Alkoholkonsums. Eine wissenschaftliche Einschätzung geht davon aus, dass 30 Prozent aller Krebserkrankungen den Ernährungsgewohnheiten geschuldet sind. Der Autor diskutiert den hohen Zuckerverbrauch sowie die Menge und die Qualität der Fleischwaren, die verzehrt werden. Er führt Nahrungsmittel mit krebshemmenden Inhaltsstoffen auf und arrangiert sie zu einem Anti-Krebs-Buffet. Dazu gehören unter anderem Kohl, Zwiebel, Knoblauch, Tomaten und Beeren sowie Kräuter und Gewürze mit stark entzündungshemmenden Wirkungen. Auch Omega-3-Fettsäuren in Fisch und Olivenöl sowie dunkle Schokolade wirken antioxidant. Der Autor wirbt für eine abwechslungsreiche Küche, die frische biologische Produkte verwendet. Heute wird ein deutlich stärkerer Zusammenhang zwischen der Lebensweise und Krebserkrankungen gesehen. Wenn viele Menschen die Empfehlungen in ihre alltägliche Praxis einführen, kann Krebs vielleicht etwas von seinem Unsterblichkeitsnimbus einbüßen und weniger bedrohlich werden. Joachim Koch

Martin Bleif: Krebs. Die unsterbliche Krankheit. Klett-Cotta, Stuttgart 2013, 420 Seiten, gebunden, 24,95 Euro

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