ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2013Randnotiz: Dicke Schlitten in der Kritik

AKTUELL

Randnotiz: Dicke Schlitten in der Kritik

Dtsch Arztebl 2013; 110(50): A-2399 / B-2115 / C-2039

Rieser, Sabine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Nikolaus und Weihnachtsmann sind in Sachen Bewegung schlechte Vorbilder, zumindest wenn man analysiert, was ihnen die Medien allwinterlich andichten: Stundenlanges Herumsitzen im Schlitten, nur ein bisschen Wolkensurfen – und das trotz Übergewichts! Und die untrainierten Herren hegen auch noch eine Vorliebe für Extremsportarten: Bungee-Jumping in Kamine.

Das sind natürlich alles Weihnachtsmärchen. Die Wahrheit über die Fortbewegungsvorlieben des Bischofs von Myra, dem historischen Vorbild des Nikolaus, kennen wir nicht. Deshalb kann dem historischen Bischof auch keiner zum Vorwurf machen, dass er mit dickem Schlitten unterwegs war oder sich zu wenig bewegt hat.

Seine Nachfolger haben es da bedeutend schwerer. Das legt zumindest eine Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe nahe. Diese hat kurz vor dem Nikolaustag die Dienstwagenflotte des kirchlichen Spitzenpersonals analysiert und ist unzufrieden. Zwar halten 14 Dienstwagen von Bischöfen, Landesbischöfen und Kirchenpräsidenten die geltenden Grenzwerte für Kohlendioxid (CO2) ein. Doch zu viele Fahrzeuge sind noch CO2-Schleudern, und zu wenige Kirchenvertreter sind bereit, überhaupt Auskunft über ihre Dienstwagen zu geben.

Anzeige

Das alles wird detailreich mit Verweisen auf den BMW 730d oder den Mercedes Benz E300 Blue Tec Hybrid geschildert. Soll man nun auf ein Wunder oder auf Einsicht hoffen? Vielleicht später. Gute Vorsätze wie die, ein sparsameres Auto zu fahren und sich mehr zu bewegen, reifen eher an Silvester als an Weihnachten. Dann sind die beiden schlechten Vorbilder in den dicken Schlitten auch wieder weg.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema