ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2013Frage der Woche an . . . Thomas Dorow, Senior Manager Human Capital Management bei Steria Mummert Consulting, Hamburg

ÄRZTESTELLEN: Frage der Woche

Frage der Woche an . . . Thomas Dorow, Senior Manager Human Capital Management bei Steria Mummert Consulting, Hamburg

Wie können Kliniken dem Know-how-Verlust vorbeugen?

Dtsch Arztebl 2013; 110(50): [4]

Flintrop, Jens

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Deutschlands Krankenhäusern droht der Verlust von oft über Jahre aufgebautem Wissen, wenn erfahrene Mitarbeiter abwandern oder in den Ruhestand gehen. Eine Wissensmanagementstrategie wirkt den negativen Folgen des demografischen Wandels in den Kliniken entgegen.

Wie können Kliniken dem Know-how-Verlust vorbeugen?

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Dorow: 17 Prozent der Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen verlieren in den nächsten drei Jahren mehr als 20 Prozent ihrer Mitarbeiter in Schlüsselpositionen. Zu diesem Ergebnis kommt unsere Studie „Managementkompass Demografiemanagement“. Mit jedem Arzt und jeder anderen Schlüsselkraft, die ohne eingearbeiteten Nachfolger das Haus verlässt, geht dem Betrieb wertvolles Know-how verloren. Folgerichtig schätzen 79 Prozent der befragten Klinik- und Pflegeführungskräfte das Risiko als hoch ein, dass ihre Firma durch Wissensverlust beschädigt wird.

Allein die Zahl derjenigen Mitarbeiter, die aus Altersgründen das Unternehmen verlassen, wird in den kommenden Jahren in der gesamten Gesundheitsbranche stark steigen. Das Durchschnittsalter ist im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen hoch. 79 Prozent der Beschäftigten sind älter als 40 Jahre. Der Durchschnitt aller Branchen liegt bei 63 Prozent.

Die Kliniken müssen dringend handeln. Doch viel zu wenige investieren in ein professionelles Wissensmanagement. Nur vier Prozent der Unternehmen in der Gesundheitsbranche haben eine gezielte Strategie gegen den Know-how-Verlust vollständig umgesetzt. Mehr als ein Drittel der Häuser steht noch komplett ohne Vorbereitung da. Dabei ist eine Wissensmanagementstrategie ein besonders wirksames Mittel gegen den demografischen Wandel, zusätzlich hilft sie, mit der ohnehin kurzen Halbwertszeit von medizinischem Wissen umzugehen. Erfolgreiche Instrumente sind dabei Wissensdatenbanken und Best-Practice-Sammlungen.

Zunehmend gewinnen aber auch sogenannte Social-Software-Lösungen an Bedeutung, die Mitarbeiter durch ihren intuitiven Aufbau bei der Veröffentlichung von Inhalten unterstützen und dazu beitragen, die vorhandenen Kompetenzen transparent zu machen. Beispiele sind Wikis, Blogs, Portale sowie Foren. Solche Systeme sind nicht gratis zu erhalten und somit unter dem ständig wachsenden Kostendruck in Kliniken oft nur schwer zu realisieren. Für den Aufbau der Systeme sollten sich Fachabteilungen (verantwortlich für den Inhalt), IT (verantwortlich für die Technik) und die Unternehmenskommunikation (verantwortlich für das Layout) gemeinsam abstimmen. JF

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