ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2013Fachgesellschaften: Streit um Notfallmedizin eskaliert

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Fachgesellschaften: Streit um Notfallmedizin eskaliert

Dtsch Arztebl 2013; 110(50): A-2399 / B-2115 / C-2039

Zylka-Menhorn, Vera

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Die Forderung der Deutschen Gesellschaft interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA), einen Facharzttitel für Notfallmedizin zu schaffen, ist seit längerem ein Streitpunkt. Das Präsidium der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hat nun Konsequenzen gezogen und die DGINA als förderndes Mitglied ausgeschlossen.

Mit der Forderung für einen eigenen Facharzt für Notfallmedizin (Deutsches Ärzteblatt, Heft 30/2010) habe sich die DGINA gegen ein wichtiges satzungsgemäßes Ziel der DIVI ausgesprochen: Dass die Ausbildung zum Facharzt für Notfallmedizin sich eher an der Breite als an der Tiefe des Wissens orientiert, heißt es in der Begründung. Die DIVI fordert eine zweijährige Zusatzweiterbildung „Interdisziplinäre Notaufnahme“ als Voraussetzung für die eigenverantwortliche Tätigkeit. Zugang dazu sollen aber nur Fachärzte der Inneren Medizin, Chirurgie, Anästhesiologie, Pädiatrie und Neurologie/Neurochirurgie haben – also Fachärzte mit mindestens fünfjähriger Weiterbildung, die unter anderem die fachbezogene Notfallbehandlung beinhaltet.

Die DGINA verfolgt nach eigenen Angaben jedoch ein „ganzheitliches Konzept für eine qualitativ hochwertige Notfallversorgung in Deutschland“. Wie ihr Präsident Prof. Dr. med. Christoph Dodt, München, erläutert, werden in den Notaufnahmen mehr als 20 Millionen Patienten versorgt. Sie hätten das gesetzlich verbriefte Recht, auf Facharztstandard behandelt zu werden. Diese Forderung könne das deutsche System nicht erfüllen. zyl

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