ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2013Koalitionsvertrag: Keine Schönheits-OP bei Minderjährigen

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Koalitionsvertrag: Keine Schönheits-OP bei Minderjährigen

Dtsch Arztebl 2013; 110(50): A-2402 / B-2116 / C-2040

Ollenschläger, Philipp

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Mit dem Skalpell zu Schönheit: Für Minderjährige soll dieser Weg künftig erschwert werden. Foto: Fotolia/maska82
Mit dem Skalpell zu Schönheit: Für Minderjährige soll dieser Weg künftig erschwert werden. Foto: Fotolia/maska82

Union und SPD haben sich bei den Koalitionsverhandlungen darauf geeinigt, Schönheitsoperationen bei Minderjährigen zu verbieten, wenn kein medizinischer Grund vorliegt. Das Verbot wurde im Koalitionsvertrag zwar nicht explizit erwähnt, doch haben dies die Gesundheitspolitiker beider Seiten bei den Verhandlungen über das Präventionsgesetz, das nächstes Jahr in Kraft treten soll, informell vereinbart. Bisher galt: Für Schönheitsoperationen bei Minderjährigen reicht die Einwilligung der Erziehungsberechtigten.

Ein medizinischer Grund für eine Schönheitsoperation liegt vor, wenn Betroffene aufgrund ihres Aussehens starke seelische Probleme haben, wenn Fehlbildungen beseitigt oder Verbrennungsfolgen behandelt werden.

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Union und SPD hatten bereits während der letzten großen Koalition versucht, Minderjährige vor den Gefahren von Schönheitsoperationen zu schützen. Aus Zeitgründen scheiterte dieser Vorstoß damals jedoch. Während der abgelaufenen Legislaturperiode starteten Gesundheitspolitiker der Union einen weiteren Versuch, der allerdings an der FDP scheiterte. Die Liberalen verwiesen darauf, dass das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium dafür nicht zuständig sei. Außerdem sei eine Abgrenzung zwischen medizinisch oder psychologisch begründbaren und rein ästhetisch motivierten Operationen schwierig. Piercings und Tätowierungen sollen nach dem Willen von Union und SPD auch weiterhin mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten erlaubt sein. Ol

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