ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2013Einnahmen von Arztpraxen: Statistisches Bundesamt in der Kritik

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Einnahmen von Arztpraxen: Statistisches Bundesamt in der Kritik

Dtsch Arztebl 2013; 110(50): A-2400

Hillienhof, Arne; Rieser, Sabine

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Die Auswertung des Statistischen Bundesamts „Einnahmen und Reinerträge von Kassenpraxen“ ist aus Sicht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) unzulänglich. „Es besteht unter anderem keine korrekte Differenzierung zwischen hausärztlicher und fachärztlicher Versorgung“, kritisierte KBV-Vorstand Dipl.-Med. Regina Feldmann. Außerdem berücksichtige die Auswertung die Fachgruppen zu wenig, differenziere nicht nach der Anzahl der Praxisinhaber und berücksichtige Praxen ohne sozial­ver­sicherungs­pflichtige Angestellte nicht angemessen.

Wie hoch sind die Erträge von Arztpraxen? Dazu gibt es immer wieder umstrittene Zahlen. Foto: mauritius images
Wie hoch sind die Erträge von Arztpraxen? Dazu gibt es immer wieder umstrittene Zahlen. Foto: mauritius images

Das Statistische Bundesamt hatte Anfang Dezember Daten veröffentlicht, wonach die wirtschaftliche Situation von Arztpraxen im Jahr 2011 sehr stark davon abhängt, wie hoch der Anteil an Privatpatienten und den Einnahmen aus individuellen Gesundheitsleistungen (IGel) ist und welches Fachgebiet der Praxisinhaber vertritt. Praxen ohne Privatpatienten erwirtschafteten nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamts demnach einen Reinertrag von durchschnittlich 163 000 Euro, Praxen mit einem privatärztlichen Einnahmeteil von 50 bis 75 Prozent einen Reinertrag von 321 000 Euro.

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Eine Häufigkeitsverteilung fehlte. Dies kritisierte auch der Geschäftsführer des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI), Dr. med. Dominik von Stillfried. Er wies zudem darauf hin, dass neben den Einkünften die Arbeitsbelastung zu berücksichtigen sei. Erhebungen zeigten überdurchschnittliche Leistungen der Ärzte; die Altersgruppe der 45– bis 65-Jährigen arbeite wöchentlich im Schnitt 50 Stunden. „Statistiken zur Einkommenssituation der Ärzte müssen deren Arbeitszeiten berücksichtigen“, betonte der ZI-Geschäftsführer. hil,Rie

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