ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2013Arzt-Patient: Dem hippokratischen Eid verpflichtet
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

. . . Es war das größte Gift, als unter der Führung von Herrn Seehofer der Wettbewerb in das deutsche Gesundheitswesen eingeführt wurde. Ein Wettbewerb mit dem kranken Menschen ist nicht möglich! Mit Krankheit kann man kein Geschäft machen.

Rein wirtschaftliche Gesichtspunkte im Gesundheitswesen sind völlig deplatziert. Die heutige Auffassung, dass ein Krankenhaus ein Unternehmen ist wie ein übliches Wirtschaftsunternehmen und auch so wirtschaften muss, ist völlig daneben. Noch einmal: Mit dem kranken Menschen lässt sich kein Gewinn machen . . . Das heißt im Klartext, dass sich die Gesellschaft entscheiden muss, wie viel Gesundheit sie ihren Bürgern zubilligt und wie viel nicht. In früheren Zeiten haben die Kommunen die Defizite ihrer Krankenhäuser abgedeckt, was sie zwischenzeitlich einfach ablehnen.

Anzeige

Dies ist zum Scheitern verurteilt. Ein kranker Mensch, und damit ein Krankenhaus und das gesamte Gesundheitswesen wird immer ein Zuschussbetrieb bleiben . . .

Ökonomie in dem heute in der Wirtschaft üblichen Sinne hat in der Medizin nichts zu suchen, konterkariert das ganze System. Der entscheidende Unterschied ist, ob ich das ärztliche Handeln als eine Hilfeleistung sehe, die zwar Geld kostet und die ein verantwortungsvolles Umgehen mit Geld fordert, aber nicht den finanziellen Aspekt über alles stellt. Letzteres ist jedoch heute eindeutig der Fall, da durch Krankenkassen und die Politik die Grenzen so gesetzt werden, dass die Finanzen vor jeder medizinischen Entscheidung stehen. Dies ist schlimm . . .

Wir brauchen ein System, das absolut unabhängig von finanziellen Hintergedanken ist und das allein dem hippokratischen Eid verpflichtet ist, nämlich kranken Menschen zu helfen! . . .

Willibald Hobmair, 72764 Reutlingen

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige