ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2013Jeffrey I. Gordon: Allianzen zwischen Mensch und Mikroben

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Jeffrey I. Gordon: Allianzen zwischen Mensch und Mikroben

Dtsch Arztebl 2013; 110(50): A-2437 / B-2147 / C-2067

Zylka-Menhorn, Vera

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Jeffrey I. Gordon, Foto: Robert-Koch-Stiftung
Jeffrey I. Gordon, Foto: Robert-Koch-Stiftung

Auch in der Wissenschaft scheinen bestimmte Erkenntnisse manchmal unumstößlich und wie „in Stein gemeißelt“. Dazu gehört, dass Mikroben Feinde des menschlichen Organismus sind, die bekämpft werden müssen, um gesund zu bleiben. Der Mikrobiologe Prof. Dr. Jeffrey Gordon, der seit mehr als 30 Jahren an der Washington University, School of Medicine in St. Louis, tätig ist, hat dieses Dogma mit Arbeiten zur molekularen Analyse von Mikrobengemeinschaften (Mikrobiom) im menschlichen Darm entkräftet. Seine Untersuchungen zeigen, dass die verschiedenen Erreger aktiv mit dem Körper ihres Wirtes in Wechselwirkung treten und dabei Stoffwechsel und Immunsystem des Menschen beeinflussen. So gibt es gute Hinweise darauf, dass die Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms das Risiko für bestimmte Krebsformen und entzündliche Darm­er­krank­ungen beeinflusst. Nicht nur lokal, sondern auch systemisch haben die Darmkeime Einfluss, zum Beispiel auf die rheumatoide Arthritis.

Mit der Entwicklung neuer Computer-gestützter Sequenziersysteme, die es erlauben, Hunderte von Mikroben-Arten zu analysieren (Metagenom-Analysen), der Entwicklung experimenteller Tiermodelle und verfeinerter human-genomischer Untersuchungen konnte der Direktor des interdisziplinären Zentrums für Genomwissenschaft und Systembiologie das neue Bild eines friedlichen, ja sich gegenseitig befruchtenden Zusammenlebens von Mensch und Mikrobe zeichnen.

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Dafür hat die Robert-Koch-Stiftung Gordon den mit 100 000 Euro dotierten Robert-Koch-Preis 2013 verliehen. Vera Zylka-Menhorn

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