ArchivDeutsches Ärzteblatt20/1996Myokardinfarkt: Stellungnahme
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LNSLNS Die Stellungnahme der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft bezieht sich auf die Anwendung von kurzwirkenden Dihydropyridinen (insbesondere von Nifedipin) bei der instabilen Angina pectoris und/oder beim akuten Myokardinfarkt. Die Grundlage zu dieser Aussage stellt unter anderem die bereits 1986 publizierte HINT-Studie dar, in der sich die Monotherapie mit Nifedipin bei instabiler Angina pectoris als nachteilig erwies. Dahingegen war die Kombination von Nifedipin mit dem ß-Rezeptorenblocker Metoprolol einer Monotherapie mit Metoprolol überlegen. Beim akuten Myokardinfarkt ist die sympathikusaktivierende Wirkung kurzwirksamer Dihydropyridine und unter Umständen auch die negativ inotrope Wirkung aus pathophysiologischer Sicht als negativ zu bewerten. Entsprechend findet sich auch keine größere Studie, die positive Effekte einer Monotherapie mit Nifedipin oder anderen kurzwirkenden Dihydropyridinen aufzeigt. Die in der Mitteilung der Arzneimittelkommission gemachten Aussagen werden von der European Agency for the Evaluation of Medicinal Products (CPMP Expert Group) vom 15. April 1996 bestätigt. Danach sind kurzwirkende Dihydropyridine bei der instabilen Angina pectoris und während oder nach einem akuten Myokardinfarkt kontraindiziert! Spezielle Warnhinweise werden ausgesprochen für eine höher dosierte Anwendung der Dihydropyridine (zum Beispiel > 60 mg nichtretardiertes Nifedipin) bei der ischämischen Herzkrankheit und der Hypertonie.
Prof. Dr. K.-O. Haustein, Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Aachener Straße 233-237, 50931 Köln

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