ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2013Jungengesundheit: Förderung der eigenen Bedürfnisse

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Jungengesundheit: Förderung der eigenen Bedürfnisse

Dtsch Arztebl 2013; 110(51-52): A-2487

Kamrath, Clemens; Zimmer, Klaus-Peter

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Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Das weiß zumindest jeder Kinderarzt. Aber was ist mit Jungen und Mädchen? Sind sie gleich? In der „Erwachsenenmedizin“ ist bekannt, dass Frauen und Männer unterschiedlich sind. Dies zeigt sich auch in geschlechterspezifischen Fachgebieten wie der Gynäkologie und der Andrologie. Wann beginnt diese Trennung in Frauen und Männer? Wie sieht es in der Kindheit aus? Viele Erkrankungen, ob somatisch oder psychisch, ob Unfall- oder Suchtgefährdung, ob Suizidalität, Essstörung oder Verhaltensstörungen, haben schon in der Kindheit eine klare Geschlechterwendung. Dabei sind Jungen in vielen Bereichen das eigentlich „schwache Geschlecht“. Die schulischen Leistungen liegen unter denen der Mädchen, die Unfallgefährdung ist bei Jungen höher, und mehr Jungen leiden unter Depressionen und Verhaltensauffälligkeiten.

Während die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendgynäkologie im Jahr 1972 in der DDR und im Jahr 1978 in der Bundesrepublik begründet wurde und heute sowohl unter dem Dach der DGGG als auch DGKJ verankert ist, gibt es zum Thema Jungengesundheit nichts Vergleichbares. Auch fehlt es an entsprechender Literatur zu diesem speziellen Thema. Ziel der Herausgeber Stier und Winter war es daher, mit ihrem Buch „Jungen und Gesundheit“ diese Lücke zu schließen. Auf beeindruckende Weise ist es ihnen gelungen, mit einer Reihe namhafter Experten das gesamte Thema der speziellen Jungengesundheit eingehend zu beleuchten. Sowohl die körperlichen als auch die sozialen, sexuellen und psychischen Aspekte werden umfassend dargestellt.

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Dabei ist das Buch für den interessierten Leser eine hervorragende Lektüre, es eignet sich gleichfalls aber auch als wichtiges und informatives Nachschlagewerk für jeden, der sich mit der Gesundheit von Jungen beschäftigt.

Dieses Buch ist für alle Berufsgruppen, die mit Kindern und somit auch mit Jungen arbeiten, zu empfehlen. Ob Kinderärzte, Allgemeinmediziner, Psychologen oder Pädagogen, ihr gemeinsames Ziel muss sein, was für Mädchen schon selbstverständlich ist: Jungen müssen speziell nach ihren eigenen Bedürfnissen gefördert und unterstützt werden, um ihre Erkrankungen möglichst präventiv anzugehen. Damit dies gelingt, müssen Jungen aber zunächst einmal in ihren grundlegenden Bedürfnissen und krankheitsspezifischen Unterschieden verstanden werden.

Clemens Kamrath, Klaus-Peter Zimmer

Bernhard Stier, Reinhard Winter (Hrsg.): Jungen und Gesundheit. Ein interdisziplinäres Handbuch für Medizin, Psychologie und Pädagogik. Kohlhammer, Stuttgart 2013, 424 Seiten, gebunden, 59,90 Euro

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