ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2013Martin Zeitz †: Vorbild für interdisziplinäre Forschung

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Martin Zeitz †: Vorbild für interdisziplinäre Forschung

Dtsch Arztebl 2013; 110(51-52): A-2491 / B-2195 / C-2113

Ludwig, Wolf-Dieter; Schneider, Thomas

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Martin Zeitz, Foto: dpa
Martin Zeitz, Foto: dpa

Wir trauern um Prof. Dr. med. Martin Zeitz, einen hervorragenden Wissenschaftler, engagierten Arzt und langjährigen Freund, der am 26. November im Alter von nur 63 Jahren gestorben ist.

Martin Zeitz liebte in seiner Jugend Reisen nach Skandinavien mit Zelt und Gitarre. Nach kurzem Umweg über die Philosophie und Mathematik studierte er von 1969 bis 1975 Medizin in Berlin. Die Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie absolvierte er am Universitätsklinikum Benjamin Franklin (UKBF), Berlin. Während seines Aufenthaltes als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) von 1985 bis 1987 an den National Institutes of Health (USA) beschäftigte er sich mit der Funktion des mukosalen Immunsystems.

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1994 wurde er Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin II in Homburg/Saar. Als Nachfolger seines langjährigen Mentors, Prof. Dr. Ernst-Otto Riecken, übernahm er 2001 die Leitung der Medizinischen Klinik I im UKBF und wurde 2006 ärztlicher Leiter des CharitéCentrums 10.

Sein großer beruflicher Erfolg war zurückzuführen auf seine ruhige, unprätentiöse, authentische Persönlichkeit sowie seine Fachkompetenz und auf interdisziplinäre Kooperation ausgerichtete Forschung. Beispielhaft für seine Verdienste seien genannt das von ihm geleitete Verbundprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zu den Auswirkungen der HIV-Infektion im GIT und der DFG-Sonderforschungsbereich zu T-Zell-vermittelten Immunreaktionen im GIT, dessen Sprecher er war.

Im Jahr 2012 entschied sich Martin Zeitz, eine neue Aufgabe als Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zu übernehmen. Hierfür war er sicher prädestiniert. Sein viel zu früher Tod hat ihn leider daran gehindert, seine Ideen und Visionen zur weiteren Entwicklung der universitären Medizin in Hamburg umzusetzen.

Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig,
Prof. Dr. med. Thomas Schneider

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